Das Przewalski-Pferd, Equus ferus przewalskii, ist der einzige lebende wilde Verwandte des Hauspferds. Es ist gedrungen und kurzbeinig, trägt eine steife, aufrecht stehende Mähne ohne Stirnschopf und einen dunklen Aalstrich über den Rücken. Bis 1996 führte die Rote Liste es als in freier Wildbahn ausgestorben. Die letzte bestätigte Sichtung eines frei lebenden Tieres stammt aus dem Jahr 1969, in der Mongolei.
Alles, was heute von der Art existiert — rund 2.000 Tiere weltweit —, geht auf etwa ein Dutzend Fohlen zurück, die um 1902 in der Wüste Gobi für den Hamburger Tierhändler Carl Hagenbeck eingefangen und nach Europa verschifft wurden. Die meisten starben, ohne je Nachkommen zu haben. Der Prager Zoo führt seit 1959 das internationale Zuchtbuch; deshalb stammen die Tiere fast aller Wiederansiedlungsprojekte aus Prag und Berlin. Auch die 22 Pferde, die die ACBK über drei Jahre nach Altyn Dala brachte, kamen von dort — die erste Gruppe im Juni 2024 mit Maschinen der tschechischen Luftwaffe bis zum Flughafen Arkalyk, dann mehrere Stunden über Land.
Eine Stute trägt ihr Fohlen etwa 340 Tage, und das Junge steht ein bis zwei Stunden nach der Geburt auf eigenen Beinen. Üblicherweise fallen die Geburten zwischen Mai und August — beide kasachischen Fohlen kamen also am äußersten Ende der Saison. Acht bis zehn Monate bleiben sie bei der Mutter.
Vierzig Tiere braucht es, damit eine Herde sich selbst trägt. Bis dahin ist es ein Weg, und die Pferde arbeiten unterdessen bereits für die Steppe: Sie fressen trockene Vegetation ab und senken so die Brandgefahr, lockern mit ihren Hufen den Boden und verbreiten Samen. Parallel laufen im selben Reservat Programme für Saiga-Antilopen und Kulane.
Die Geburt dieser beiden Fohlen ist wichtig, weil sie zeigt, dass die Pferde sich an dieses Klima anpassen, an dieses Gebiet. Das ist der Beweis des Erfolgs.