Omar wuchs am Meer auf und fürchtete es doch. Tiefes Wasser war nichts, worin eine Frau aus ihrer Umgebung sich aufhielt; geschnorchelt hatte sie, ein paar Meter unter der Oberfläche, mehr nicht. Für die Arbeit im Korallenteam des Programms Oceans Without Borders — einer Partnerschaft von Wild Impact und &Beyond — lernte sie Gerätetauchen, das Führen eines Bootes, Schweißen und Metallbearbeitung.

Das Schweißen gehört dazu, weil die Rahmen vor Ort gefertigt werden. Es sind hexagonale Stahlkonstruktionen, mit Sand und Harz beschichtet, entwickelt von Mars Incorporated und zuerst vor Süd-Sulawesi eingesetzt. Jeder Stern trägt fünfzehn bis achtzehn Korallenfragmente. Untereinander verdrahtet bilden sie ein durchgehendes Netz über dem losen Geröll und verhindern, dass es sich verschiebt und die junge Koralle unter sich begräbt.

Warum das nötig wurde, lässt sich präzise benennen. Anfang 2024 stieg die Wassertemperatur rund um Mnemba in dreißig Metern Tiefe auf 31 Grad. Die Bleiche danach tötete einen erheblichen Teil der Korallen des Riffs. Seit 2018 arbeitet das Restaurierungsprojekt hier; das Monitoring des Jahres 2026 verzeichnet erstmals wieder natürliche Ansiedlung und Weichkorallen, die die ausgebrachten Strukturen besiedeln.

Widerstand kam anfangs von Menschen, die ihr sagten, Korallenarbeit sei keine Arbeit für eine Frau. Omar ist verheiratet und hat zwei Kinder; ihr Mann fährt Motorradtaxi. Sie blieb.

Wenn ich sehe, dass die Arbeit, die ich mit meinen eigenen Händen getan habe, etwas verändert, macht mich das glücklich, weil ich weiß, dass sie der Gemeinschaft nützt.

Am 19. September will sie bei der Wildlife Ranger Challenge antreten, einem Lauf über 21 Kilometer mit 22 Kilogramm Ausrüstung auf dem Rücken. Die britische Organisation Tusk rief ihn 2020 ins Leben, als die ausbleibenden Tourismuseinnahmen der Pandemie die Gehälter von Rangern in ganz Afrika bedrohten. Über 170 Teams aus 24 Ländern nehmen teil — fast alle davon aus der Wilderei-Bekämpfung an Land. Omar kommt aus dem Wasser.