Jordaniens Zugang zum Meer misst rund 27 Kilometer. Sieben davon gehören zum Aqaba Marine Reserve an der Nordspitze des Roten Meeres: flache Korallenriffe, mesophotische Riffe in der Dämmerzone, Seegraswiesen. Nahe dem Rainbow Reef wurde in sechzehn Metern Tiefe eine Echte Karettschildkröte dokumentiert, eine Art, die die Weltnaturschutzunion als vom Aussterben bedroht führt.
Abu Bader wurde über ein vom UNDP gefördertes Programm ausgebildet und finanziert. Die Rangerarbeit in Jordaniens Schutzgebieten war lange Männersache; erst in den 2000er-Jahren begann die Königliche Gesellschaft für Naturschutz, Frauen für Feld- und Führungsaufgaben in den Binnenreservaten einzustellen. An der Küste kommt Abu Bader zuerst.
Der Schutz ist älter als die Auszeichnung. 1997 wies Jordanien den Marinepark aus, 2001 übernahm die neu geschaffene Sonderwirtschaftszone das Küstenmanagement, später kamen eine eigene Rangertruppe und feste Bojen hinzu, damit Bootsanker das Riff nicht mehr aufreißen. Vor dem Umbau des alten Hafengeländes schnitten Taucher Korallenkolonien vom Grund und pflanzten sie weiter südlich wieder ein.
Dieselben sieben Kilometer liegen innerhalb der Zone, die auch Jordaniens einzigen Handelshafen trägt, die Terminals für Kali und Phosphat, die Fähre nach Nuweiba. Dass hier Riffe überdauern, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis von rund einem Jahrzehnt Arbeit zwischen der Zonenbehörde, dem UNDP und internationalen Partnern — Forschung, Naturschutz vor Ort, Gespräche mit den Menschen, die von der Küste leben.
Von Jordaniens sechs bisherigen Welterbestätten — Petra, Quseir Amra, Um er-Rasas, Wadi Rum, die Taufstelle, As-Salt — hatte nur Wadi Rum überhaupt einen Naturanteil. Aqaba ist die erste, die allein dafür steht. Bewertet wurde die Nominierung von der IUCN, die eine Feldmission entsendet, bevor das Welterbekomitee abstimmt.
Abu Bader führt nun Schulklassen an dieselbe Uferlinie, an der sie selbst stand.