In der Brust von Ola Mahmoud Ali herrschte eine Unruhe, die sie oft wie das verzweifelte Flattern eines gefangenen Vogels beschrieb. Das Vorhofflimmern hatte ihren Alltag fest im Griff; herkömmliche Medikamente und Behandlungen hatten versagt. Die klassische Methode, jene Zellen im Herzen zu veröden, die die falschen Signale senden, barg bisher Risiken. Ob mit extremer Hitze oder Kälte gearbeitet wurde, stets bestand die Gefahr, die empfindliche Speiseröhre oder benachbarte Nervenbahnen dauerhaft zu schädigen.

An diesem Tag im April wurde Ali zur ersten Patientin in einem privaten Krankenhaus der Vereinigten Arabischen Emirate, bei der das Volt-System zum Einsatz kam. Anstatt auf thermische Zerstörung setzt dieses Verfahren auf die Kraft elektrischer Felder. Dr. Magdy führte den Katheter mit ruhiger Hand, während das System in Echtzeit eine elektrische Landkarte des Herzens erstellte.

Die Technik der irreversiblen Elektroporation nutzt ultrakurze Hochspannungsimpulse, um mikroskopisch kleine Poren in den Zellmembranen der Herzmuskelzellen zu öffnen. Da diese Zellen empfindlicher auf Elektrizität reagieren als die Architektur der Gefäße oder Nerven, bleibt das gesunde Gewebe unberührt. Es ist ein chirurgischer Eingriff von mathematischer Kühle, der dennoch zutiefst menschlich in seiner Wirkung ist.

Als der Eingriff beendet war, kehrte die Stille in die Brust von Ola Mahmoud Ali zurück. Das unaufhörliche Rasen war einem ruhigen, festen Schlagen gewichen. Für die Medizin mag es die Anwendung eines neuen Protokolls von Abbott Laboratories sein, für die Patientin in Schardscha aber war es der Tag, an dem sie die Herrschaft über ihren eigenen Körper zurückerhielt.