Der Rat der Häuptlinge, die traditionellen Hüter der Ordnung auf den Inseln, hat die Bewohner der Dörfer zur Tat gerufen. Es geht um mehr als eine bloße Säuberungsaktion; es ist die Erneuerung eines alten Versprechens an die Natur. Während die Männer der Gruppe Sons of Sureor am Fuße der großen Brücke zwischen Koror und Babeldaob den Unrat der Gezeiten aus dem Küstensaum klauben, kämpfen Familien in den Wäldern gegen die Kebeas. Diese rankende Winde legt sich wie ein schweres, lichtloses Tuch über die Baumwipfel und erstickt das heimische Grün.

In den Schulen von Meyuns und Ngaraard findet der Unterricht in diesen Tagen am Riff statt. Gemeinsam mit Forschern setzen die Kinder junge Riesenmuscheln in die Lagunen aus. Diese Tiere sind die geduldigen Filter des Ozeans; sie reinigen das Wasser, während sie über Jahrzehnte zu gewaltigen Ausmaßen heranwachsen.

Dieses gemeinschaftliche Handeln wurzelt im Bul, einer jahrhundertealten Tradition Palaus. Es ist das Wissen darum, dass der Mensch dem Meer und dem Land Pausen der Erholung zugestehen muss, damit das Leben fortbestehen kann. Wenn nun die Häuptlinge und die Jugend gemeinsam den Boden bereiten, tun sie dies ohne laute Parolen. Es ist die schlichte Einsicht, dass Schutz nicht durch Dekrete entsteht, sondern durch die Berührung der Hände mit der Erde und dem Wasser.