Hinter Mackinaw lagen Jahre, in denen er sich selbst verloren hatte. Seine Biografie liest sich wie die vieler indigener Männer in Kanada: geprägt von den Schatten der Residential Schools, die Gemeinschaften zerrissen und Wurzeln kappten. In den Statistiken der Justizbehörden tauchte er als eine Nummer unter vielen auf. Obwohl indigene Menschen nur etwa fünf Prozent der Bevölkerung Kanadas ausmachen, stellen sie mehr als dreißig Prozent der Insassen in Bundesgefängnissen — ein Ungleichgewicht, das die tiefen Narben der Kolonialgeschichte widerspiegelt.

Die Wende kam nicht durch strengere Bewachung, sondern durch die Stille einer Schwitzhütte. In speziellen Heilstätten, den sogenannten Healing Lodges, begegnete Mackinaw dem Wissen seiner Vorfahren. Es war ein Weg der kleinen Gesten: das Erlernen alter Lieder, die Pflege von Medizinpflanzen wie Salbei und Zeder und die Gespräche mit Ältesten, die ihn nicht als Kriminellen, sondern als ein verirrtes Mitglied der Gemeinschaft betrachteten.

Dieses Modell der Rehabilitation ist in Kanada seit 1992 gesetzlich verankert, doch erst in den letzten Jahren ist aus der Paragrafenstruktur gelebte Wirklichkeit geworden. Durch die sogenannten Gladue-Berichte sind Richter verpflichtet, die spezifischen historischen Traumata indigener Angeklagter bei der Urteilsfindung zu berücksichtigen. Für Mackinaw bedeutete dies den Übergang in ein Umfeld, das nicht auf Vergeltung, sondern auf die Wiederherstellung von Beziehungen setzt.

Heute steht Ken Mackinaw auf der anderen Seite. Er arbeitet für Organisationen, die ehemals Inhaftierten dabei helfen, wieder einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Seine Verwandlung zeigt, was geschieht, wenn ein System den Mut aufbringt, den Menschen in seiner Gesamtheit und seiner Herkunft zu sehen. In der Rückkehr zum Land und zu den eigenen Bräuchen hat er eine Form von Medizin gefunden, die keine Mauer und kein Gitter ersetzen konnte.