In den Büros von Organisationen im ganzen Land, koordiniert durch das Programm von Kamal Khera, der Ministerin für Vielfalt und Inklusion, hat eine neue Phase der Fürsorge begonnen. Es geht um mehr als nur um die Verteilung von Geldern; es geht um das Verständnis. Viele der rund 600.000 Kanadier mit geringem Einkommen, die für die neue Behindertenbeihilfe in Frage kommen, scheiterten bisher oft an den Hürden der Antragstellung. Die Navigatoren führen sie nun durch die komplexen Abstimmungen zwischen Bundes- und Provinzprogrammen.

Die Regierung hat für diese Lotsendienste über fünf Jahre hinweg 22,4 Millionen Dollar bereitgestellt. Es ist der Versuch, die Distanz zwischen dem staatlichen Versprechen und der individuellen Notlage zu überbrücken. Wer arbeitet und mit einer Behinderung lebt, soll nicht länger zwischen den Stühlen der Zuständigkeiten verloren gehen.

Parallel dazu verändert sich der Alltag junger Familien in den Provinzen. Unter der Leitung von Jenna Sudds, Ministerin für Familien und soziale Entwicklung, wird das Ziel einer flächendeckenden Kinderbetreuung für durchschnittlich zehn Dollar pro Tag greifbar. Wo Eltern früher oft vor der Wahl zwischen Beruf und den Kosten für einen Betreuungsplatz standen, entstehen nun 250.000 neue Plätze. Es ist eine Entlastung, die sich in den Haushaltskassen ebenso niederschlägt wie in der Ruhe, mit der Eltern ihren Arbeitstag beginnen können.

In den Bibliotheken und Wohnzimmern wird derweil eine andere Barriere abgetragen. Das Programm für den gerechten Zugang zum Lesen ermöglicht es Organisationen wie dem Centre for Equitable Library Access, Texte in Blindenschrift oder Audioformate zu übertragen. Das leise Rascheln der hervortretenden Punkte auf einem Braille-Bogen unter den Fingerspitzen eines Lesenden ist das kleinste, aber vielleicht unmittelbarste Zeichen dieser Veränderung. Für die etwa 3,2 Millionen Kanadier mit einer Lesebehinderung bedeutet dies nicht nur Information, sondern die Teilhabe an der Welt der Gedanken, die ihnen zuvor oft verschlossen blieb.