Lange Zeit war der Zucker das Schicksal dieser Inseln, doch die großen Mühlen sind vielerorts verstummt. Wo einst das Schilfrohr der Monokulturen die Landschaft dominierte, hinterließ es erschöpfte Böden und eine schwindende wirtschaftliche Basis. Unter der Leitung von Emosi Cagi, dem Koordinator des Projekts für ökologische Lernfarmen im Pazifik, findet nun eine stille Umkehr statt. Es geht um mehr als nur Anbautechniken; es ist der Versuch, das Vanua – das Land und seine Gemeinschaft – wieder in ein Gleichgewicht zu bringen.
In dreitägigen Intensivkursen lernen Männer wie Tudreu, wie man Kompost anlegt und Bäume so in die Felder integriert, dass sie den Boden schützen, statt ihm die Kraft zu rauben. Es ist eine Arbeit der Geduld. Cagi sieht in diesen Lernzentren eine Möglichkeit, den Bauern die Wahlfreiheit zurückzugeben: die Entscheidung für die Gesundheit ihrer Familien und die langfristige Stabilität ihrer Heimat.
Die Veränderung zeigt sich auch in der Art der Anerkennung. Statt teurer internationaler Auditoren, deren Gebühren für kleine Betriebe oft unerschwinglich sind, setzt man auf ein System des gegenseitigen Vertrauens. Nachbarn besuchen Nachbarn, prüfen die Einhaltung der ökologischen Standards und vergeben gemeinsam das Siegel der Organic Pasifika. Es ist eine Form der Selbstverwaltung, die das soziale Gefüge stärkt, während der Boden unter ihren Füßen langsam wieder zu atmen beginnt.
Für Isei Tudreu ist diese nachhaltige Form der Bewirtschaftung nichts Geringeres als das Lebenserhaltungssystem seiner Insel. Während er die nächste Schicht Kompost verteilt, wird deutlich, dass hier nicht nur Pflanzen wachsen, sondern eine neue Sicherheit entsteht, die unabhängig von globalen Warenströmen und chemischen Importen Bestand hat.