Das Problem in Uganda, Kenia und Ghana ist nicht allein der Mangel an Medikamenten, sondern die starre Struktur der Kliniken. Wer unter Bluthochdruck leidet und zugleich mit Depressionen oder Diabetes kämpft, muss oft an verschiedenen Tagen wiederkehren, sich in unterschiedliche Schlangen einreihen und seine Geschichte immer wieder von vorn erzählen. Das Projekt M-CARE (Multi-Morbidity Care in Africa) bricht mit dieser Logik; es stellt den Menschen in den Mittelpunkt, nicht die isolierte Krankheit.

Während draußen die trockene Hitze von Lira City gegen die Fenster der Universität drückte, besiegelten Vertreter der Universität von Amsterdam und des African Population and Health Research Centre eine Partnerschaft, die über fünf Jahre angelegt ist. Es geht um die Integration der Versorgung in die bestehenden Primärsysteme, damit die ländliche Bevölkerung dort Hilfe findet, wo sie lebt.

Mit einem Gesamtbudget von 4 Millionen Euro, bereitgestellt durch die Europäische Union, wird die Infrastruktur in den Gesundheitszentren der Stufen III und IV gestärkt. Allein für Uganda sind 600.000 Euro vorgesehen. Dr. Patrick Buchan Ocen, der die Distriktärzte der Lango-Region vertritt, sieht in dieser engen Verbindung zwischen akademischer Forschung und lokaler Praxis eine entscheidende Entwicklung für die Region.

In der Vergangenheit wurden chronische Leiden oft erst erkannt, wenn sie bereits irreparable Schäden verursacht hatten. Durch das neue, patientenzentrierte Modell wird die kontinuierliche Überwachung von Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu einem festen Bestandteil der täglichen medizinischen Arbeit. Wenn ein Patient in Lira künftig nur noch eine einzige Tür öffnen muss, um Hilfe für seine Leiden zu finden, ist die Vision von Omech und seinen Kollegen Wirklichkeit geworden.