In diesem Moment des Frühlings wird die nordspanische Provinz zur Bühne für eine außergewöhnliche Begegnung. Die Initiative Esencia Artesana hat die Kunsthandwerker Perus als Ehrengäste geladen, um einen Dialog zu führen, der weit über den bloßen Austausch von Waren hinausgeht. In 32 Gemeinden, viele davon in den entlegenen ländlichen Regionen Asturiens, setzen sich Menschen zusammen, die sich sprachlich kaum verstehen mögen, deren Hände jedoch dieselbe Sprache der Hingabe sprechen.
Während in den asturischen Werkstätten das dunkle Gagat-Gestein aus Villaviciosa zu glänzendem Schmuck geschliffen wird, zeigen die Gäste aus Übersee, wie sie aus der Chambira-Palme reißfeste Fasern gewinnen oder aus Blättern und Rinden natürliche Farbstoffe extrahieren. Es ist eine Rückbesinnung auf das Wesentliche: die Verwandlung dessen, was die Erde unmittelbar schenkt, in Gegenstände von bleibendem Wert.
Besonders eindringlich zeigt sich diese Verbindung in der Initiative Tejiendo Cultura, die den Weg in die Schulen und Gemeinschaftshäuser ebnet. Dort wird begreifbar, dass die Keramikkunst der Awajún – erst vor wenigen Jahren von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt – keine bloße Folklore ist. Es ist ein lebendiges System aus Mythen und technischer Präzision, das ohne Töpferscheibe auskommt und dennoch Gefäße von vollkommener Symmetrie hervorbringt.
Wenn ein asturischer Schnitzer die schweren, mit Holzstollen besetzten Madreñas bearbeitet, jene traditionellen Clogs, die den Bauern seit jeher Schutz gegen den Schlamm der Berge bieten, erkennt er im peruanischen Gegenüber denselben Stolz auf das Unbeugsame. Es ist die Anerkennung der Würde des Schaffenden, die diese Tage in Gijón prägt. In einer Welt der flüchtigen Massenware ist dieser Austausch ein stilles Bekenntnis zur Beständigkeit der menschlichen Geste.