Gemeinsam mit seinen Kollegen S.S. Tiwari und S.S. Dash vom Botanical Survey of India dokumentierte Maity die Merkmale dieses besonderen Gewächses. Die Actinidia indica ist ein ausdauernder Kletterstrauch, der sich ohne Ranken, allein durch das Umwinden der Trägerstämme, bis zu vier Meter in die Höhe arbeitet. Ihre Blüten, groß und von einer cremeweißen Blässe, bilden einen stillen Kontrast zum tiefen Grün des Bergwaldes.
Dieser Fund im östlichen Himalaya erhöht die Zahl der weltweit bekannten Actinidia-Arten auf 56. Während die Welt die Frucht meist als Import aus Neuseeland kennt – dorthin gelangten die ersten Samen erst im Jahr 1904 durch die Lehrerin Isabel Fraser –, erinnert diese Entdeckung an den eigentlichen Ursprung der Gattung in den asiatischen Gebirgszügen, wo sie in den Übergangszonen zwischen gemäßigtem und subtropischem Klima verharrt.
Die Pflanze wächst in direkter Nachbarschaft zur Apatani-Gemeinschaft, die die Landschaft seit Generationen durch ein kluges System aus Nassreis- und Fischzucht pflegt. Dennoch blieb die wilde Verwandte der Kultur-Kiwi lange unbemerkt. Da bisher nur wenige Exemplare in einem sehr begrenzten Areal gesichtet wurden, führen die Wissenschaftler sie vorerst unter der Kategorie „ungenügende Datengrundlage“ in den Listen der Weltnaturschutzunion.
Für die Forscher ist die Arbeit mit der Namensgebung nicht beendet. Sie fordern weitere Streifzüge durch die unwegsamen Wälder von Arunachal Pradesh, um zu verstehen, wie weit sich das Reich der Actinidia indica tatsächlich erstreckt. Es ist die geduldige, fast demütige Suche nach jenen Lebewesen, die im Verborgenen die Komplexität unserer Natur vervollständigen.