Die Entscheidung, das zwölfte Qumra-Projektforum vollständig ins Virtuelle zu verlegen, war für die Geschäftsführerin Fatma Hassan Alremaihi kein Rückzug, sondern ein Akt der Beständigkeit. In einer Zeit, in der die Umstände in der Region unvorhersehbar geworden sind, wurde der Schutz der Teilnehmenden zur Priorität, ohne dabei den Kern der Mission zu opfern: den Austausch von Ideen. Unter der künstlerischen Leitung des palästinensischen Regisseurs Elia Suleiman kommen Filmemacher aus neununddreißig Ländern zusammen, um das zu tun, was der Name „Qumra“ seit Jahrhunderten verspricht.

Der Begriff geht auf die Camera Obscura zurück, jene dunkle Kammer, die der Gelehrte Ibn al-Haytham im elften Jahrhundert beschrieb. Es ist ein passendes Bild für dieses Forum, das bewusst auf Preise und Wettbewerbe verzichtet. Stattdessen dient es als geschützter Raum, in dem erfahrene Meister des Fachs wie Claire Denis oder Asghar Farhadi in der Vergangenheit ihr Wissen weitergaben, um aus einer vagen Vision ein fertiges Werk zu formen.

Dass diese stille Arbeit im Verborgenen Früchte trägt, zeigt die Geschichte der tunesischen Regisseurin Kaouther Ben Hania. Ihr Dokumentarfilm „Four Daughters“, der einst die Mühlen dieses Entwicklungsprozesses durchlief, schaffte es bis zur Nominierung bei den Academy Awards. Es sind solche Erfolge, die den Wert der mühsamen Mentoringsitzungen und der technischen Matchmaking-Termine belegen.

Hinter den Kulissen verbinden sich nun hundertfünfzig Branchenvertreter – Verleihfirmen, Festivalprogrammierer und Agenten – mit den Regisseuren von siebenundzwanzig Spielfilmen, neun Serien und dreizehn Kurzfilmen. In der digitalen Dunkelkammer von Qumra wird so die nächste Generation des arabischen Kinos entwickelt, Projekt für Projekt, fernab der großen Schlagzeilen, aber mit einer handwerklichen Präzision, die Bestand haben wird.