Die Arbeit von Dr. Cassandra Sedran-Price an der University of Sydney ist ein stiller Widerstand gegen die Erwärmung des Planeten. Sie begreift die Anlage von Saatgutbanken nicht als rein technischen Vorgang, sondern als eine Form der kulturellen Bewahrung. Wenn sie von den Pflanzen der First Nations spricht, meint sie nicht nur deren Proteingehalt oder ihre Widerstandsfähigkeit gegen Dürre; sie spricht von einer tiefen Verbindung zwischen den Menschen und dem Land, die nun durch die Wissenschaft eine neue, dauerhafte Form erhält.

In den von Indigenen geführten Projekten entstehen neue Wege für die Produktion von Bush Foods und Bildungsangebote, die weit über den akademischen Rahmen hinausgehen. Es ist eine Bewegung, die das Wissen der Vorfahren nutzt, um die Ernährungssicherheit der Zukunft zu garantieren. Dabei geht es oft um Details, die das bloße Auge übersieht: die Härte einer Samenschale oder die chemische Spur, die ein Buschfeuer hinterlassen muss, damit neues Leben entstehen kann.

Gemeinsam mit ihr wurde Jacob Birch von der University of Queensland ausgezeichnet. Seine Forschung widmet sich der Resilienz der Flora in einer sich wandelnden Welt. Die Ehrung durch die Nationalakademie in Canberra, dotiert mit bis zu 20.000 Dollar, ist die Anerkennung einer Wissenschaft, die nicht mehr nur über die Köpfe der Menschen hinweg forscht, sondern sie als Hüter ihres eigenen Erbes begreift.

Manches Samenkorn der australischen Wildnis besitzt eine Schale so hart wie Stein; erst die sengende Hitze eines Buschfeuers bricht diesen Schutzpanzer auf und gibt den Keim frei. Es ist ein Bild für die Beharrlichkeit dieser Forschung: Unter dem Druck der klimatischen Veränderungen suchen Sedran-Price und Birch nach jener Kraft, die im Verborgenen überdauert, bis der richtige Moment für das neue Wachstum gekommen ist.