Mit drei Jahren erlitt Makenna Hiebert einen anoxischen Hirnschaden – das Gehirn bekam zu wenig Sauerstoff. Sanitäter belebten sie noch am Ort wieder. Danach folgten etwa sieben Monate Rehabilitation im Krankenhaus. Betroffen waren nicht nur ihre Beweglichkeit, sondern auch die Sprache und die Feinmotorik. Im Herbst 2025 ging sie in den Kindergarten, seit September 2026 in die erste Klasse der St. Anne Catholic School.
Brittany Hiebert begann Anfang 2025 zu sammeln, gemeinsam mit Makennas Vater Justin Hiebert. Nicht mit großen Gesten, sondern mit Grillnachmittagen, Tombolalosen, Weihnachtssternen und Pflanzenbestellungen, Bingoabenden. Dazu kamen Zuschüsse von Sandbox Mutual Insurance, der Synergy Credit Union und aus dem provinziellen Programm für Schulspielplätze. Ursprünglich war das Vorhaben auf zwei Bauabschnitte angelegt, die Jahre auseinanderliegen sollten. Im Dezember 2025 schloss die Spende eines ortsansässigen Unternehmens die Lücke – gebaut wurde beides auf einmal, im Sommer 2026.
Die Familie fuhr vorher zu bestehenden barrierefreien Anlagen, sah sich um, verglich. Makenna selbst suchte das Farbschema aus: Gelb und Lila.
Rampen führen auf die Podeste, der Boden besteht aus Gummi. Interaktive Tafeln sitzen auf Deckhöhe und noch einmal ebenerdig. Es gibt eine Wippe mit spezieller Sitzschale, niedrige Reckstangen neben den hohen, und eine überdachte Snackhütte mit Ausgabefenster und einer Plattform, die einem Rollstuhl Platz lässt. Nichts davon ist als Sonderbereich abgetrennt. Die tieferen Klettergeräte stehen neben den üblichen.
Der Platz gehört nicht nur der Schule. Außerhalb der Unterrichtszeiten steht er den Anwohnern der umliegenden Viertel offen – in einem Stadtteil, der bis dahin keine solche Anlage hatte.
Wir wollen eine Stadt und eine Kultur schaffen, in der Spielen zugänglich ist und wir nicht darum kämpfen müssen, wenn vielleicht ein Unfall passiert.
„Ein Traum, der Wirklichkeit geworden ist", sagte Brittany Hiebert bei der Eröffnung. Seit der Platz offen sei, habe sie die Kinder herauslaufen sehen. Makenna habe hier neue Freundinnen und Freunde gefunden.
St. Anne begeht in diesem Jahr sein fünfzigjähriges Bestehen. Zum Jubiläum steht nun ein Spielplatz auf dem Gelände, den ein Kind mit ausgesucht hat, das ihn selbst benutzen kann.