Das Stück heißt Gungas, Marimbas e Urucungos em Encantorias Ancestrais und verbindet Capoeira, Livemusik und Tanz. Getragen wird es vom Centro Cultural Mandingueiros do Amanhã, das Mestra Valdira Barros mitbegründet hat und für das Mestre Bamba die künstlerische Leitung übernimmt. Die Darstellerinnen und Darsteller kommen aus den Gemeinden Vila da Fé em Deus, Santa Luzia, Santa Joana, Santa Rosa und Oiteiro dos Nogueiras — alle im Landkreis Itapecuru-Mirim, rund 100 Kilometer von São Luís entfernt.

Aus 8.000 eingereichten Kulturprojekten wurde dieses für die Förderung ausgewählt. Die Tournee führte zuvor nach Parnaíba in Piauí, nach São Luís und Itapecuru-Mirim, dann nach Belém. Rio war die letzte Station.

Capoeira Angola ist die ältere, langsamere Spielart: weniger Akrobatik, mehr Ritual, mehr Musik, viel Spiel am Boden. Der Berimbau, der einsaitige Bogen im Zentrum des Orchesters, geht auf afrikanische Musikbögen zurück, die Versklavte mitbrachten; ein indigenes oder europäisches Gegenstück gibt es nicht. Die Kampfkunst selbst wurde als Tanz getarnt, damit die Übenden trainieren konnten, ohne die Aufseher zu alarmieren.

Quilombos sind Gemeinschaften, die von geflohenen oder freigelassenen Versklavten gegründet wurden. Die brasilianische Verfassung von 1988 sichert ihnen kollektive Landrechte zu, bestätigt durch die Fundação Cultural Palmares. Von dort, aus diesen Dörfern, kam die Gruppe an einen Ort, an dem ihre Vorfahren nur als Ware gehandelt worden wären.

Mestra Valdira Barros sagt, die Arbeit stärke das Selbstwertgefühl schwarzer Jugendlicher und bewahre Capoeira Angola für die nächste Generation. Der Abend wurde mit Audiodeskription und Übersetzung in brasilianische Gebärdensprache begleitet — damit niemand vor der Tür bleibt.

Was einst versteckt werden musste, um zu überleben, stand nun im Licht eines Theaters, das älter ist als die Abschaffung der Sklaverei in Brasilien.