Rumble Rims arbeitet mit Infrarot. Das Headset verfolgt die Augen, während der Athlet einfache okulomotorische Aufgaben ausführt, und erkennt darin die feinen Abweichungen, die auf eine Gehirnerschütterung hindeuten. Der Trainer bekommt eine Einschätzung in Echtzeit, dazu ein Dashboard, das den Verlauf der Genesung über Wochen festhält.
Man wollte Trainern, Athleten und Familien klarere Informationen geben, sagt Saran, und zwar „im exakten Moment des Risikos". Zwischen den teuren klinischen Testsystemen und dem subjektiven Blick am Spielfeldrand lag bislang nichts.
Dass das Gerät den Alltag übersteht, verdankt es auch Elliot Sawyer-Kaplan, einem Lacrosse-Trainer einer Highschool, der die Entwicklung begleitete und den drei Studentinnen zurückmeldete, was auf einem Platz tatsächlich funktioniert und was nicht.
Die Vorgeschichte dieser Lücke hat einen Namen: Zackery Lystedt, dreizehn Jahre alt, Footballspieler an einer Middle School in Maple Valley im Bundesstaat Washington. Nach einem Schlag gegen den Kopf kehrte er 2006 aufs Feld zurück und brach zusammen. Er blieb dauerhaft behindert. Washington verabschiedete 2009 ein Gesetz, das seinen Namen trägt; bis 2014 zogen alle übrigen Bundesstaaten nach. Die Regeln schreiben vor, dass ein Verdachtsfall vom Platz muss und erst nach ärztlicher Freigabe zurückkehren darf — doch die erste Beurteilung überlassen sie weiterhin dem, der gerade danebensteht.
Dessen Werkzeug war lange Papier und Stoppuhr. Das Sport Concussion Assessment Tool, inzwischen in sechster Fassung, stützt sich auf Symptomlisten, Gleichgewichtstests und Wortabruf. Augenbewegungen kamen über zwei Umwege hinzu: den King-Devick-Test, eine Karte mit Zahlen, die zwei Optometrie-Studenten 1976 eigentlich als Lesetest ersonnen hatten, und das 2014 am University of Pittsburgh Medical Center von der Physiotherapeutin Anne Mucha veröffentlichte VOMS-Verfahren. Die Infrarot-Videookulographie selbst blieb Klinikgerät — Kameras in einer Brille, die das Auge mit unsichtbarem Licht ausleuchten und die Pupille mit hoher Bildrate verfolgen.
Genau dieses Verfahren tragen die drei Studentinnen nun an den Spielfeldrand. Der James Dyson Award, seit 2005 von einer Stiftung im englischen Malmesbury vergeben, hat medizinische Geräte schon mehrfach ausgezeichnet. Die nationalen Gewinner kommen im Oktober auf eine internationale Shortlist; den Hauptpreis von 30.000 Pfund wählt James Dyson im November selbst aus.