Sammy Gensaw ist ein Mann, dessen Leben vom Rhythmus der Fische bestimmt wird. Als Mitglied der Yurok, dem größten staatlich anerkannten Stamm in Kalifornien, ist seine Identität untrennbar mit dem Chinook-Lachs verwoben. Über zwanzig Jahre lang kämpfte er an der Seite von Craig Tucker, einem Umweltwissenschaftler, gegen die massiven Barrieren aus Beton, die den Fluss in eine Kette aus trägen, überhitzten Teichen verwandelt hatten. Es war eine Allianz, die weit über den bloßen Umweltschutz hinausging; es war die mühsame Rückeroberung einer Würde, die im Staustufe für Staustufe verloren gegangen war.

Tucker, der als politischer Berater die Sprache der Behörden beherrschte, erkannte früh, dass dieser Sieg nicht allein durch Proteste, sondern durch beharrliche Verhandlungen auf Augenhöhe zu erringen war. Zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten saßen Stammesführer und Bundesvertreter als gleichberechtigte Entscheidungsträger an einem Tisch. Sie stritten nicht nur um Wasserrechte, sondern um die Heilung einer Landschaft, die durch den Bau der Dämme Iron Gate, Copco No. 1, Copco No. 2 und J.C. Boyle zerrissen worden war.

Der Wendepunkt war kein diplomatischer Erfolg, sondern eine Tragödie. Im Jahr 2002 verendeten Zehntausende Lachse im sauerstoffarmen, von Bakterien befallenen Wasser des unteren Beckens. Dieser Anblick der silbernen Leiber, die tonnenweise an den Ufern verwesten, brannte sich in das Gedächtnis der Gemeinschaft ein. Er wurde zum Katalysator für eine Bewegung, die schließlich den Energiekonzern PacifiCorp dazu bewegte, den Rückbau der Anlagen zu akzeptieren, da die notwendige Modernisierung teurer gewesen wäre als der Abriss.

Nachdem die Stauseen geleert worden waren, begannen Trupps damit, auf dem freigelegten Schlamm Milliarden von Samen auszusäen, die über Jahre hinweg sorgsam gesammelt worden waren. Hubschrauber ließen ganze Baumstämme in das Strombett fallen, um natürliche Ruhezonen für die Fische zu schaffen. Heute, da der Beton von Copco No. 1 zermahlen und die Tunnel verfüllt sind, kehrt das Leben zurück. Die ersten Lachse wurden bereits in Abschnitten gesichtet, die ihnen über ein Jahrhundert lang verwehrt blieben – sie folgen dem Ruf des Wassers, das nun endlich wieder einen Weg zum Meer hat.