Bathiya Gopallawa führt diese stille Arbeit an. Er weiß, dass die Geschichte dieser Pflanze fast in den Archiven des Nationalherbarums von Peradeniya geendet hätte. Dort lagern die historischen Belege der Flora Sri Lankas, oft getrocknet zwischen den Seiten alter Kolonialzeitungen, deren Spiegelschrift sich über die Jahrzehnte in das spröde Pflanzengewebe gepresst hat. Dass eine dieser Arten nun wieder in der lebendigen Erde wurzelt, ist eine späte Geste der Wiedergutmachung gegenüber einer Natur, die einst dem großflächigen Teeanbau weichen musste.
Es war ein seltener Fund, der dieses Vorhaben erst ermöglichte: Inmitten des kommerziell genutzten Geländes identifizierten Forscher eine der letzten verbliebenen Mutterpflanzen. In einer Gärtnerei wurden aus ihren Samen behutsam neue Setzlinge gezogen, bis sie kräftig genug waren, um der Witterung des Hochlandes standzuhalten.
Das Entscheidende an diesem Tag ist jedoch nicht allein die wissenschaftliche Begleitung durch die Wildlife and Nature Protection Society, sondern die Einbindung der Menschen vor Ort. Gopallawa zeigt den Arbeitern der Plantage, woran sie die schmalen Stängel und die festen, wachsartigen Blätter erkennen können. Diese Blätter fühlen sich unter den Fingern kühl und widerstandsfähig an – eine Anpassung an die rauen Bergwinde, die Botaniker als Sklerophyllie bezeichnen.
Durch diese gemeinsame Anstrengung verwandeln sich die Arbeiter von Verwaltern einer Monokultur zu Hütern einer seltenen Existenz. Wenn sie künftig durch die Reihen der Teesträucher gehen, achten sie nicht mehr nur auf die Ernte, sondern schützen den unscheinbaren Rückkehrer in ihrer Mitte. Es ist die beharrliche Sorgfalt weniger Einzelner, die einer fast ausgelöschten Art eine zweite Frist gewährt.