Dr. Umeshkumar L. Tiwari und Rohan Maity untersuchten die Pflanze monatelang, bevor sie die Gewissheit hatten, einer neuen Art gegenüberzustehen. Die Actinidia indica ist ein mehrjähriger Kletterstrauch, der zwischen zwei und vier Metern hoch in das Blätterdach ragt. Während ihre Blüten in einem zarten Cremeweiß leuchten, war es die Frucht, die den Botanikern den entscheidenden Hinweis lieferte: Olivgrün und von kugeliger Gestalt, trägt sie eine Haut mit einem feinen, netzartigen Muster, das sie von allen bisher bekannten Verwandten unterscheidet.
Der Fundort liegt auf einer Höhe von etwa 1.725 Metern, in einer Region, die seit Generationen von der Gemeinschaft der Apatani gepflegt wird. Diese indigene Bevölkerung bewahrt durch ihre traditionelle Forstwirtschaft einen Lebensraum, in dem solche botanischen Seltenheiten überdauern konnten, während sie andernorts längst verschwunden sind.
Bisher kannte man in Indien vor allem jene kultivierten Sorten der Kiwi, deren Vorfahren einst aus China stammten und über Neuseeland ihren Weg in die Welt fanden. Dass nun eine eigene, wilde Art in den Wäldern der Lower Subansiri Region identifiziert wurde, rückt die ökologische Bedeutung dieses Grenzlandes in ein neues Licht. In einem Bundesstaat, der jährlich etwa 8.000 Tonnen kommerzieller Kiwis produziert, fanden die Forscher das ursprüngliche Erbe der Natur direkt im Schatten der Plantagen.
Für die Archive des Botanical Survey of India bedeutet dieser Zuwachs mehr als nur eine neue Ziffer in der Statistik. Es ist ein Zeugnis für die Unerschöpflichkeit der Natur und die Notwendigkeit, jene stillen Winkel der Erde zu bewahren, in denen das Wissen der Vergangenheit und die Entdeckungen der Zukunft untrennbar miteinander verwoben sind.