Zang war ein junger Student der Informatik in Yaoundé, als ihm die mathematische Grausamkeit seiner Heimat bewusst wurde: Auf zweiundzwanzig Millionen Einwohner kamen kaum fünfzig Herzspezialisten. Wer in den Dörfern des Hinterlandes lebte und Schmerzen in der Brust verspürte, für den bedeutete die Gewissheit oft eine tagelange Reise in die Hauptstadt, eine Reise, die für viele unbezahlbar oder physisch unmöglich war. Zang beschloss, diese Distanz nicht mit Asphalt, sondern mit Daten zu überbrücken.
Da er ursprünglich Programmierer und kein Hardware-Ingenieur war, eignete er sich das Wissen über elektronische Bauteile in einsamen Nächten an. Er verfolgte kostenlose Video-Vorlesungen des Indian Institute of Technology, lernte das Löten von Platinen und die Konstruktion von Akkumulatoren, die auch dann noch funktionieren, wenn in der Provinz der Strom ausfällt. Sein Ziel war ein Gerät, das so widerstandsfähig ist wie das Land selbst.
Das Ergebnis seiner Arbeit ist das Cardio-pad, ein Touchscreen-Tablet, das mit vier kabellosen Elektroden verbunden ist. Eine Krankenschwester vor Ort bringt die Sensoren an der Brust des Patienten an; die Herzsignale werden digitalisiert und über das Mobilfunknetz an einen Spezialisten gesendet. Innerhalb von zwanzig Minuten kehrt die Diagnose zurück auf das Tablet in der Hand des Pflegers. Ein Vorgang, der früher Wochen gedauert hätte, ist nun zu einer Sache von Augenblicken geworden.
Über sein Unternehmen Himore Medical Equipments hat Zang die Produktion in Yaoundé verstetigt. Es ist die Verbindung aus kühler technischer Präzision und der Wärme menschlicher Fürsorge, die hier zum Tragen kommt. In einer Region, in der das Herz oft im Verborgenen litt, macht Zang seinen Rhythmus nun für jene sichtbar, die helfen können.