Opundo ist Witwe und Großmutter von dreizehn Enkeln. Von ihren sieben Kindern leben nur noch zwei. Sie hat ihren Mann überlebt und die meisten ihrer Kinder, und am Ende ihres Lebens war ihr kaum mehr geblieben als ein Dach, auf das kein Verlass war.
Ayugi Victor koordiniert das Programm, das unter der Schirmherrschaft von Raymond Omollo steht, dem Staatssekretär im kenianischen Innenministerium. Es arbeitet seit mindestens 2023 und ist um Witwengruppen herum aufgebaut, drei pro Bezirk sind das Ziel. Häuser sind nur ein Teil davon. Die Gruppen erhalten auch Wassertanks mit 5.000 Litern, Baumsetzlinge, Bücher für Schulen und Plastikstühle, die sie für Beerdigungen und andere Anlässe vermieten. Dazu kommen Beratung, Ausbildung, Rechtsauskunft über die Rechte von Witwen und Stipendien, mit denen ihre Kinder studieren können.
Wie es vorher aussah, hat Eunice Ogallo aus Kisumu beschrieben. Bevor das Programm ihr ein Haus baute, schlief die 63-Jährige mit drei Enkeln im selben Unterstand wie ihre Kühe.
Dass es in Homa Bay so viele Witwen gibt, hat mit einer Krankheit zu tun. Die HIV-Rate im County liegt mehr als dreimal so hoch wie im Landesdurchschnitt, allein 2023 wurden dort 1.404 Todesfälle im Zusammenhang mit HIV gezählt. Viele Familien haben ihre Erwachsenen im arbeitsfähigen Alter verloren, und zurück bleiben oft die Alten mit den Enkeln. Das Programm sagt, es arbeite deshalb auch gegen die Stigmatisierung der Krankheit und gegen Bräuche, die Witwen in der Region benachteiligen.
Manche Gruppen bauen sich mit der Hilfe etwas Eigenes auf. Die Uchumi-Witwengruppe im benachbarten Migori County kaufte von 100.000 Schilling Stühle zum Vermieten und gründete eine Spar- und Kreditrunde, in der sich die Frauen gegenseitig Geld leihen.
Opundo ist nicht die erste alte Frau in Homa Bay, der das Programm ein Haus gebaut hat. Vor ihr erhielten Consolata Achieng', 85, aus Rang'wena eines und Roselida Atieno, 73, eine sehbehinderte Witwe aus dem Dorf Sota. In Kanyadoto steht jetzt noch eines.