Das Projekt SUPPORT brachte eine Gruppe von Menschen nach Wien, deren Anliegen oft hinter Paragrafen verschwindet. Sie präsentierten keine Theorien, sondern erprobte Wege, wie Barrieren in Unternehmen systematisch abgebaut werden können. Martin Essl, der die dahinterstehende Stiftung vor Jahren ins Leben rief, beobachtete, wie aus den abstrakten Rechten der UN-Behindertenrechtskonvention handfeste Arbeitsverträge wurden. Es ist die Verwandlung von Unterstützung in Eigenständigkeit.

Im Zentrum der Gespräche stand der Artikel 27 der Konvention, der das Recht auf Arbeit in einem offenen und zugänglichen Umfeld festschreibt. Die vorgestellten Modelle zeigen, dass Inklusion dort gelingt, wo der Mensch nicht passiv betreut, sondern aktiv in die Strukturen eines Betriebes eingegliedert wird. Es ist jener Moment, in dem die Hand eines neuen Mitarbeiters zum ersten Mal über die vertraute Kante eines eigenen Schreibtisches streicht, der den Erfolg dieser Bemühungen markiert.

Die Zero Project Conference dient hierbei als strenger Prüfstand. Jedes Jahr werden hunderte Ansätze aus aller Welt gesichtet, doch nur jene, die sich im harten Alltag der Wirtschaft bewährt haben, finden Gehör. Das Projekt SUPPORT überzeugte durch Modelle, die sowohl den Arbeitnehmern Sicherheit geben als auch den Arbeitgebern die Scheu vor dem Unbekannten nehmen. Es geht darum, die Kluft zwischen den Arbeitsmarktdaten und der menschlichen Realität durch praktische Handgriffe zu schließen.

Am Ende der Tage in Wien bleibt die Erkenntnis, dass Inklusion kein Akt der Gnade ist, sondern eine Frage der Organisation. Wenn die Teilnehmer das Gebäude verlassen und in die Stadt zurückkehren, nehmen sie die Gewissheit mit, dass das Ziel einer Welt ohne Barrieren – das „Zero“, das der Konferenz ihren Namen gab – durch beharrliche, kleine Schritte an Greifbarkeit gewinnt.