Was sie mitnahmen, trägt nun den Namen Boesenbergia calcicola. Das Artepitheton kommt vom lateinischen calx, Kalk, und -cola, Bewohner: die Kalksteinbewohnerin. Ihre Blüten messen etwa 2,0 bis 2,5 Zentimeter im Durchmesser, die Hüllblätter sind kürzer als bei ihrer nächsten Verwandten Boesenbergia petiolata, und die Lippe trägt ein Muster, das keine andere Art der Gattung zeigt.
Boonma arbeitet mit Surapon und Piyaporn Saensouk am Walai-Rukhavej-Institut für botanische Forschung der Mahasarakham-Universität. Sechs Wochen zuvor hatte dasselbe Autorenteam bereits Boesenbergia lamudiae beschrieben, gefunden im Nachbarbezirk Nong Hin in der Provinz Loei, ebenfalls auf Kalkstein, in rund 425 Metern Höhe. Die Beschreibung der neuen Art erschien am 4. September 2026 in der Zeitschrift Life.
Die Art gilt vorerst als Data Deficient — es ist schlicht zu wenig über ihre Verbreitung bekannt, um ein Risiko zu beziffern. Bislang kennt man sie von einem einzigen Felsen.
Das ist die Regel und nicht die Ausnahme in diesen Landschaften. Thailands Kalksteinkarste sind Inseln aus Gestein inmitten anderer Vegetation, und was auf ihnen wächst, wächst oft nur dort. Feldbotaniker weisen seit Jahren darauf hin, dass der Kalkabbau diese Lebensräume abträgt, bevor jemand aufgeschrieben hat, was auf ihnen stand.
Die Gattung selbst ist in Thailand alles andere als fremd. Ihr bekanntestes Mitglied, Boesenbergia rotunda, liegt als Krachai auf jedem Markt: ein gelbes Rhizom, das in Currypasten gehört. Aus ihm isolierten thailändische Forscher das Panduratin A, dessen Wirkung gegen SARS-CoV-2 sie im November 2020 in Scientific Reports veröffentlichten.
Von der neuen Verwandten weiß man vorerst nur, wo sie steht.