Angefangen hatte es mit kaputten Radios. Nachbarn brachten sie ihm, er machte sie wieder heil, und über Jahre lernte er dabei, was Spannung ist, was ein Stromkreis, was passiert, wenn man zwei Platten verschiedener Polarität in Wasser hält. Aus ausgedienten Autobatterien löste er die positiven und negativen Platten heraus, kombinierte sie mit Wasser und verband alles über selbst verlegte Leitungen zu einem System, das hält.
Der erste Versuch war ein anderer gewesen. Kapumburu baute einen Windgenerator mit rotierendem Motor, aber in stillen Nächten stand er still, und ein Haus, in dem das Licht vom Wetter abhängt, war ihm zu wenig. Also warf er den Entwurf weg und fing neu an.
Es ist nicht seine einzige Konstruktion. Ein ferngesteuertes Flugzeug, ebenfalls aus dem Nichts gebaut, überflog einmal den Kavango-Fluss und landete auf angolanischem Gebiet.
Die Zahlen erklären, warum in Chwagi niemand auf die Leitung wartet. Ein einzelner ländlicher Hausanschluss kostet in Namibia zwischen 80.000 und 300.000 Namibia-Dollar, weil die Gehöfte weit auseinanderliegen. Der Netzbetreiber NORED arbeitet in der Region, mit Mitteln des Bergbau- und Energieministeriums und einem deutschen Zuschuss von 150 Millionen Namibia-Dollar; in Sikondo entstehen Transformatoren für 485 Gehöfte. Chwagi steht auf keiner dieser Listen.
Auch sein Schulabbruch ist in Kavango West kein Einzelfall. 809 Kinder verließen die Schule 2024, 1.460 im Jahr darauf. Armut, weite Schulwege, Arbeit beim Vieh oder mit Fisch — die Gründe sind bekannt, die Wege zurück selten.
Er dachte, er spiele nur.
Seine Mutter Veronica Kapumburu weinte, als sie begriff, was ihr Sohn gebaut hatte. Sie hofft auf einen Platz für ihn am Fisheries and Vocational Training Centre, auf eine Ausbildung, die aufschreibt, was er sich längst beigebracht hat. Er selbst sagt, er habe nie erwartet, dass aus dem Basteln etwas werde. Jetzt sehe er einen Weg vor sich.