Drei Jahre lang suchten Ardhyananta und sein Team am Institut Teknologi Sepuluh Nopember nach einem Weg, die langen Kohlenstoffketten des Palmöls präzise zu brechen. Die Lösung lag nicht in teuren Edelmetallen, sondern in einer klugen Kombination aus Nickel- und Kupferoxid. Dieser bimetallische Katalysator erlaubt es, die Reaktion bereits bei 380 Grad Celsius zu starten – ein deutlicher Fortschritt gegenüber den herkömmlichen 420 Grad, der den Prozess effizienter und für den kleinen Maßstab greifbar macht.
Das Ergebnis, von den Forschern schlicht Benwit genannt, entspricht in seiner chemischen Zusammensetzung handelsüblichem Benzin der Sorte RON 90. Es verlangt den Motoren keine Umrüstung ab; es fügt sich lautlos in die bestehende Technik der ländlichen Gemeinschaften ein. Für die Bauern bedeutet dies, dass der Treibstoff für ihre Maschinen nun buchstäblich vor ihrer Haustür wächst, in einem Land, das jährlich 56 Millionen Tonnen Palmöl produziert.
Was diese Arbeit über eine rein technische Innovation hinaushebt, ist ihr Sinn für das Ganze. Ardhyananta hat ein Zero-Waste-Konzept entworfen: Die flüssigen Rückstände der Destillation müssen nicht entsorgt werden, sondern dienen in den Küchen der Dörfer als Brennstoff für Kochherde. Es ist eine Kreislaufwirtschaft, die dort ansetzt, wo die Notwendigkeit am größten ist.
Während der Motor in der Halle von Surabaya mit einem ruhigen, verlässlichen Rhythmus arbeitet, blickt Ardhyananta bereits auf die nationale Ebene. Eine Beimischung von nur zehn Prozent dieses Palm-Benzins könnte den fossilen Brennstoffbedarf Indonesiens spürbar senken. Es ist die stille Beharrlichkeit eines Ingenieurs, die hier eine Brücke schlägt zwischen der industriellen Forschung und dem täglichen Überleben derer, die das Land bestellen.