Kenyayan Bawah 1 ist ein Weiler im Dorf Bakauheni, dort, wo Sumatra endet und die Fähren nach Merak auf Java ablegen. Mitten in der Siedlung lag ein Stück Land, das über Jahre als Müllplatz gedient hatte. Eingerichtet hatte ihn niemand, er war einfach so entstanden.
Fauzan, der Vorsteher des Weilers, rief die Bewohner zum gotong royong zusammen. So heißt in Indonesien die gegenseitige Hilfe, bei der eine Gemeinschaft eine Aufgabe gemeinsam erledigt, die für einen allein zu groß ist. Die Nachbarn räumten den Abfall weg und legten auf der frei gewordenen Fläche einen Garten an, dazu einen Platz, an dem man sich treffen kann.
Die Bewohner erzählen davon mit Stolz. Es sei kein Projekt gewesen, das ihnen jemand hingestellt habe, sagen sie. Sie haben es selbst gebaut.
Die Arbeit gehört zum Programm Desa HELAU, mit dem der Bezirk die Dörfer zum Aufräumen und Verschönern bewegen will. Der Name setzt sich aus den indonesischen Wörtern für grün, schön, nachhaltig, sicher und hervorragend zusammen. Das Programm lebt von dem, was die Menschen vor Ort selbst tun. Im Dorf Suak etwa haben die Bewohner ihren Müll nach organisch und anorganisch getrennt und Abfallkörbe aus Bambus geflochten.
Der Regent sprach an diesem Abend von einer außergewöhnlichen Leistung. Aus einer Müllkippe sei ein angenehmer Ort der Gemeinschaft geworden, sagte er, geschaffen „von uns, für uns“.
Danach wandte er sich an den Leiter des Unterbezirks und bat um etwas sehr Praktisches. Er soll sich mit dem staatlichen Stromversorger PLN abstimmen, damit der Platz Beleuchtung bekommt. Die Treffen in Kenyayan finden abends statt, und der Garten soll auch nach Einbruch der Dunkelheit ein sicherer Ort sein, an dem die Nachbarn zusammenkommen.