Inmitten der Geschäftigkeit der Karwoche hat sich der Parque García Rovira in einen Ort der Besinnung und der greifbaren Geschichte verwandelt. Hier, unter dem dichten Blätterdach der „Stadt der Parks“, haben Édgar Torres und Myriam Solano ihren Stand aufgebaut. Ihre Werkstatt, Artesanías Torres, ist mehr als ein Familienbetrieb; sie ist ein Archiv der Formen. Torres spricht nicht von der Mühe der Arbeit, sondern von der Verpflichtung gegenüber dem Wissen, das ihm in die Hände gelegt wurde. Für ihn ist jedes geschnitzte Gesicht, jedes traditionelle Spielzeug ein Gefäß für eine Erinnerung, die ohne diese Zuwendung verblassen würde.
Es ist eine Welt der Details: Neben Torres zeigt William Fuentes die filigranen Ausschnitte seiner Holzfiguren, während die Gruppe Maleiwa Fasern aus Baumwolle und die Bejuco-Liane nach uralten Techniken verwebt. Man spürt, dass hier nichts dem Zufall überlassen ist. Selbst die Ernte des Holzes und der Fasern in den Anden folgt oft noch den Zyklen des abnehmenden Mondes – eine überlieferte Praxis, die den Feuchtigkeitsgehalt im Material senkt und das Werkstück vor dem Verfall bewahrt.
Der Markt, der unter dem Namen „Ancestral“ firmiert, führt die Besucher weg von der Hektik des modernen Konsums hin zu einer Wertschätzung des Langsamen. Zwischen religiösen Accessoires von Creaciones D'Silmar und den traditionellen Süßigkeiten der Arequipes Doña Fermina wird deutlich, dass diese Handwerkstraditionen das soziale Gefüge der Region Santander zusammenhalten. Es sind oft kleine, informelle Familienbetriebe, die ihre Waren aus den umliegenden Gemeinden wie Barichara oder Curití in die Stadt bringen.
Wenn Édgar Torres eine seiner Marionetten bewegt, ist es diese Verbindung aus Disziplin und Hingabe, die den Betrachter innehalten lässt. Es ist die Gewissheit, dass in einer Welt der flüchtigen Eindrücke die Arbeit der Hände eine Beständigkeit besitzt, die über den Moment hinausreicht. In diesen Tagen in Bucaramanga wird das Handwerk zu einer Form der Spiritualität, die ganz ohne Dogmen auskommt – getragen allein durch die Sorgfalt eines Menschen, der sein Erbe versteht.