Diese Begegnung in der Stille eines Archivs bildete den emotionalen Kern des ersten Restitution Africa Forum, das im März 2026 in der ghanaischen Hauptstadt zusammenkam. Es war kein bloßes Treffen von Bürokraten, sondern eine Versammlung von Menschen, die versuchen, eine zerbrochene Verbindung zu ihrer eigenen Geschichte zu kitten. Kwasi Nkrumah Boadi, der das Forum initiierte, stellte dort sein Werk über die Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln vor, während Pashington Obeng die Teilnehmer mahnte, Restitution nicht nur als den Austausch physischer Gegenstände zu begreifen, sondern als Akt der geistigen Heilung.
Die Geschichte dieser Abwesenheit führt zurück in das Jahr 1874, in den sogenannten Sagrenti-Krieg. Der Name ist eine lokale Verballhornung des britischen Generals Sir Garnet Wolseley, dessen Truppen damals den königlichen Palast in Kumasi plünderten. Goldene Masken, zeremonielle Hocker und sakrale Figuren verschwanden über den Ozean, oft als Beute deklariert oder von Missionaren der Norddeutschen Missionsgesellschaft zusammengetragen. Bis heute befinden sich schätzungsweise mehr als 70 Prozent der antiken afrikanischen Kulturgüter außerhalb des Kontinents.
Doch die Bewegung der Heimkehr hat an Kraft gewonnen. Das Durban Museum in Südafrika hat die Rückgabe eines traditionellen Hockers und einer Schreinfigur zugesagt, während das Fowler Museum in den USA bereits ein goldenes Objekt zurückführte. In Ghana selbst bereitet man sich vor: Der Manhyia Palace Museum in Kumasi wurde erweitert, um die Rückkehrer aufzunehmen. Dabei geht es nicht immer nur um Vitrinen; manche Stücke verlassen das Museum sofort wieder, um von traditionellen Würdenträgern in Zeremonien verwendet zu werden, für die sie vor über einem Jahrhundert geschaffen wurden.
Während die Niederlande bereits ein Abkommen zur Zusammenarbeit bei der Rückführung unterzeichnet haben, bereitet Präsident John Dramani Mahama den nächsten diplomatischen Schritt vor. Ende März 2026 wird er vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution einbringen. Es ist der Versuch, jene Türen, die Kodzo Gavua mühsam einzeln aufschließen sah, für ein ganzes Volk dauerhaft zu öffnen.