Was Uxía, Nuria und Antía in ihrem galicischen Atelier praktizieren, nennt sich Ecoprint – ein Verfahren, das die Grenzen zwischen Botanik und Textilkunst verwischt. Es ist ein Prozess der Geduld. Die Stoffe werden fest um Kerne aus Holz oder Kupfer gewickelt und großer Hitze ausgesetzt, bis die natürlichen Gerbstoffe der Pflanzen dauerhaft in die Fasern wandern. In einer Zeit der industriellen Massenfertigung setzen diese Kunsthandwerkerinnen auf die Unvorhersehbarkeit des Lebendigen; kein Abdruck gleicht dem anderen, jede Nuance hängt von der Bodenbeschaffenheit und der Jahreszeit ab, in der das Blatt gepflückt wurde.

Während des Besuchs des Regionalministers José González wurde deutlich, dass diese Arbeit weit über das bloße Herstellen von Kleidung hinausgeht. Es ist die Bewahrung einer technischen Intelligenz, die früher zum Alltag gehörte und heute als Innovation wiederentdeckt wird. Die Frauen von Las flores de Greta nutzen Beizen aus Eisenwasser – oft gewonnen aus alten Nägeln, die in Essig ruhen –, um die Pigmente der Natur zu fixieren und zu vertiefen.

Die Herausforderung bleibt jedoch die Kontinuität. Damit das Wissen nicht mit der aktuellen Generation erlischt, hat die Regionalverwaltung ein Förderprogramm in Höhe von einer Million Euro für die Ausbildung von Lehrlingen aufgelegt. Es geht darum, jungen Menschen zu zeigen, dass die Arbeit mit den Händen eine Form der Weltaneignung ist, die Bestand hat.

In Vigo werden die drei Handwerkerinnen ihre Werkstatt öffnen, um Interessierten zu zeigen, wie aus einem einfachen Blatt Papier oder Stoff ein Zeugnis der Landschaft wird. Unter dem europaweiten Motto „Mit dem Herzen im Handwerk“ demonstrieren sie, dass die wahre Kostbarkeit eines Objekts in der menschlichen Aufmerksamkeit liegt, die seiner Entstehung gewidmet wurde.