Den Namen hat er sich in den Brutzeiten verdient. Seit 2008 arbeitet Ruoke als Ranger im Zoige Wetland National Nature Reserve, auf rund 3.500 Metern Höhe am nordöstlichen Rand des tibetischen Hochplateaus. Dort liegen im Winter Morgennebel und eisiger Wind über dem Torf. Die Verwaltung hatte versucht, viele Einheimische als Ranger zu gewinnen. Ihnen wurde die Arbeit zu hart. Ruoke blieb als Einziger.

Über eine Kranichfamilie ist mehr bekannt als über die anderen. An einem Märzmorgen im Jahr 2018 begegnete Ruoke in der Dämmerung nahe seiner Patrouillenstation einem Kranichpaar. Zwei Jahre später baute das Paar sein Nest am Blumensee. Ruoke sah regelmäßig nach dem Nest und hielt Raubtiere von den Küken fern. Im März 2021 kehrte das Paar zu seiner Station zurück und brachte seinen Nachwuchs mit.

Das Land, das Ruoke hütet, ist die alte Songpan-Grasebene. Durch diese Sümpfe kämpfte sich 1935 die Rechte Kolonne der Roten Armee während des Langen Marsches. In der Regenzeit brauchten die Soldaten etwa sieben Tage für die Durchquerung. Neunzig Jahre später erzählt die Landschaft eine andere Geschichte. Mit kleinen Dämmen wurde das Wasser im Moor zurückgehalten. Der Pegel des Blumensees stieg um 52 Zentimeter, seine Fläche hat sich verdreifacht.

Mit dem Wasser kamen die Vögel. Neben den Kranichen, der einzigen Kranichart, die auf Hochplateaus lebt und brütet, zeigen sich inzwischen Schwarzschnabelstörche und Nipponibisse im Feuchtgebiet. Vom Nipponibis waren 1981 nur noch sieben wildlebende Tiere bekannt. Sorang Duoji, der Forschungsleiter des Schutzgebiets, misst den Zustand der Natur an solchen Gästen. Ob die Tiere da sind, sagt er, entscheidet über die Qualität der Umwelt.

Ruoke hat diese Arbeit nicht allein getragen. Seine Frau Namoje gab ihre Stelle in einer nahen Stadt auf, um ihn beim Schutz des Moores zu unterstützen. Und sein Sohn Renqing Duoji hat inzwischen die Nachfolge des Vaters angetreten.

Mit 37 Jahren entdeckte der Sohn auf einer einzigen Patrouille drei Kranichpaare. Was er über die Vögel wisse, sagte er damals, habe er vom Vater gelernt, indem er ihm zusah.