Mariama Sonko führt die panafrikanische Bewegung „Nous Sommes la Solution", die 2011 beim Weltsozialforum in Dakar gegründet und drei Jahre später so umgebaut wurde, dass Landfrauen sie selbst leiten. Ihr Satz an die Versammelten war schlicht: Ernährungssouveränität sei erreichbar, aber man müsse den Mut zur Veränderung aufbringen und sich der Agrarökologie verschreiben.

Sie weiß, wovon sie spricht. Geboren Anfang der Siebzigerjahre in Bandjikaky, Jola, wurde sie 1999 zur Distriktpräsidentin der Frauenförderungsgruppe von Niaguis gewählt und 2001 Schatzmeisterin des Jungbauernverbands der Casamance. Ihr Mann, ein Lehrer, starb Ende der Neunzigerjahre und ließ sie mit fünf Kindern zurück. Was danach kam, war Organisationsarbeit — Verband um Verband, Dorf um Dorf.

Das Camp trägt den Namen CIFAP 5 und läuft vom 14. bis 20. September. Seit 2022 findet es jedes Jahr statt, jedes Mal zu einem anderen Handwerk: zuerst Bodenbelebung und Biodünger, dann Saatgutproduktion im Gartenbau, danach der Umgang mit biologischen Pflanzenschutzmitteln. Offen ist es nicht nur für Mitglieder der Bewegung, sondern auch für Forschende und Studierende.

Die Ausstattung des Zentrums bleibt karg. Zum Verarbeiten der Ernte gibt es Mörser, Stößel und Holzgerät, mehr nicht. Der Zaun, 2015 gezogen, ist längst durchbrochen, die Tore fehlen. Gearbeitet wird trotzdem: Ackerbau, Viehhaltung, Fischzucht, Imkerei, dazu eigenes Biosaatgut und selbst hergestellte Dünger.

Zur Eröffnung kamen auch Idy Gomel Bâ, stellvertretender Unterpräfekt von Niaguis, und Alassane Ndiaye, Dorfchef und Präsident des Verbands der Dorfchefs. Der Name des Ortes sagt, worum es geht: Karonghen Wati Naaning heißt auf Jola „Wiederbelebung der eigenen Praktiken".