Cori Marsters, heute leitender Tutor an der nationalen Webschule Te Rito o Rotowhio, fand seinen Weg zur Kunst nicht auf direktem Pfad. Ursprünglich als Schnitzer ausgebildet, kehrte er zu den weicheren Materialien zurück, die seine Kindheit geprägt hatten. In seinen Händen verwandelt sich das starre Blatt des Flachses in feine Kete, jene geflochtenen Körbe, die weit mehr sind als Gebrauchsgegenstände; sie sind steinerne Zeugen einer Identität, die durch die Hände der Vorfahren floss.

Die Zukunft dieser Handwerkskunst wurde nun durch einen feierlichen Akt gefestigt. Bei der Einführung der neuen Stiftung für das New Zealand Māori Arts and Crafts Institute verpflichtete sich Tukoroirangi Morgan, Vorsitzender des Tainui-Stammes, die Ausbildung neuer Studenten für das Jahr 2026 finanziell abzusichern. Es ist die Antwort einer Gemeinschaft, die erkannt hat, dass Kultur nur überlebt, wenn man in die Menschen investiert, die sie ausüben.

Die Arbeit im Atelier folgt strengen Regeln, die ebenso sehr dem Schutz der Natur wie der Qualität des Werkes dienen. Marsters lehrt seine Schüler, die Blätter stets in einem absteigenden Winkel zu schneiden, damit kein Regenwasser im Herzen der Pflanze fäulnis erregt. Mit einer Kuku, einer einfachen Kammmuschelschale, schabt er die grüne Schicht ab, bis die helle, seidige Faser, das Muka, zum Vorschein kommt.

Wenn die Fasern später in das eisenhaltige Sumpfbad Paru getaucht werden, um ihr tiefes Schwarz zu erhalten, schließt sich ein Kreis. Es ist ein langsamer Prozess, der keine Abkürzung duldet. In einer Welt der flüchtigen Eindrücke bleibt das Handwerk in Rotorua ein Anker – ein stilles Versprechen, dass das Wissen der Alten in den Fingerspitzen der Jungen lebendig bleibt.