Die Genehmigung der Directorate General of Drug Administration war am Abend des 31. August eingetroffen. Die Teams warteten nicht bis zum nächsten Morgen. Beide Eingriffe – eine Cholezystektomie und eine Hysterektomie – gehören weltweit zu den ersten Operationen, mit denen neue Roboterprogramme beginnen: die Anatomie ist vorhersehbar, die Fallzahlen sind hoch.
Zum Einsatz kam ein Medbot Toumai, gebaut von Shanghai MicroPort Medbot, das seit November 2021 an der Börse in Hongkong notiert ist. Das System wird als günstigere Alternative zum da-Vinci-Roboter von Intuitive Surgical vermarktet, dessen Patente Ende der 2010er Jahre ausliefen. Salehin nennt als Vorteile den Schutz der Blutgefäße, geringeren Blutverlust und eine schnellere Erholung. Sein Patient sollte binnen ein bis zwei Tagen entlassen werden.
Hinter dem Abend steht eine ältere Rechnung. Über Jahrzehnte reisten bangladeschische Patienten für anspruchsvolle Eingriffe nach Kalkutta, Chennai, Vellore, Bangkok oder Singapur; sie stellten zeitweise mehr als die Hälfte aller ausländischen Medizinreisenden in Indien. Seit Indien 2024 die Visavergabe deutlich einschränkte, ist dieser Weg für viele versperrt.
Shelly kündigte an, die robotische Chirurgie auf Herz-, Neuro-, Urologie-, Allgemein- und Thoraxeingriffe auszuweiten. Das erklärte Ziel ist, dass weniger Menschen für eine Operation das Land verlassen müssen.
Der Roboter selbst entscheidet dabei nichts. Jede Bewegung stammt von einer menschlichen Hand an der Konsole – rechtlich gilt das Gerät als Instrument, nicht als autonome Maschine.