Das Team um Marija Jović und Gordan Janjić vom Archäologischen Institut Serbiens und vom Museum der Krajina fand drei Badebecken, ein Schwitzbad und einen Heizraum, in dem noch der Sockel eines Kupferkessels steht. Unter dem Boden liegt eine gut erhaltene Hypokaustenheizung. Auf runden Pfeilern ruhte der Fußboden, darunter strömte die heiße Luft hindurch. Im anderen Teil des Turms lagen die Räume des Personals, das die Anlage in Gang hielt.

Ein Bad in einen Wehrturm zu legen, war eine ungewöhnliche Entscheidung. Die Forscher bezeichnen die Anordnung als außerordentlich selten. Der Bauherr wollte offenbar beides zugleich: die Sicherheit einer Festung und den Komfort eines römischen Bades.

Maximinus Daza herrschte in der Zeit der Tetrarchie, als sich mehrere Kaiser die Macht im Reich teilten. Im Jahr 305 wurde er zum Caesar ernannt, um 310 beanspruchte er den Titel des Augustus. Etwa zu dieser Zeit begann der Bau in Šarkamen. Lange konnte er die Residenz nicht nutzen. Im Jahr 313 schlug ihn sein Rivale Licinius in Thrakien, und noch im selben Jahr starb Daza in Tarsus.

Der Ort hat seine Besucher schon früher überrascht. Rund 250 Meter westlich des Palastes legte ein Team unter Dragoslav Srejović vor drei Jahrzehnten ein kaiserliches Mausoleum frei. Darin lag kostbarer Goldschmuck: Halsketten, Ohrringe, Ringe und goldene Blätter eines Diadems, in die Bildnisse der Tetrarchen geprägt sind. Die Forscher vermuten, dass das Grab für Dazas Mutter errichtet wurde, eine Schwester des Kaisers Galerius. Seine Anlage ähnelt den Kaisergräbern bei Galerius’ Palast Felix Romuliana im nahen Gamzigrad.

Als der Reisende Felix Kanitz die Ruinen 1889 beschrieb, zählte er acht runde Türme. Der Architekt Đurđe Bošković kam 1947 auf zehn. Seitdem haben Generationen von Archäologen die Mauern vermessen und freigelegt. Nun wissen sie, dass in einem dieser Türme ein Kaiser baden wollte.