Balladares, ein Forscher der Organisation Provita, ist der Koordinator eines Vorhabens, das nun in sein drittes Jahrzehnt geht. Macuro ist kein gewöhnlicher Küstenort; es ist der zweitwichtigste Nistplatz für die Echte Karettschildkröte in ganz Venezuela. Hier entscheidet die feine Wärme des erhitzten Sandes über das Geschlecht der Brut – steigt sie über 29,3 Grad Celsius, werden vorwiegend Weibchen nach etwa sechzig Tagen die Eierschalen durchbrechen und ihren Weg zum Ozean suchen.

Das Projekt lebt nicht von großen Mitteln, sondern von der Beständigkeit der menschlichen Sorge. Früher wurden die Gelege oft geplündert, doch heute bewachen die Dorfbewohner die Strände mit einer Sorgfalt, die fast jedes Nest rettet. Die Kinder der örtlichen Schulen begleiten die Forscher regelmäßig an Abschnitte wie Macurito oder Los Garzos, um die schutzlosen Schlüpflinge vor Raubvögeln und Hunden zu bewahren.

Die Arbeit der Gemeinschaft reicht mittlerweile über den Sandstrand hinaus. Seit den letzten Jahren dokumentieren die Forscher auch das Verhalten junger Schildkröten in den ufernahen Gewässern, wo sie auf die Netze der handwerklichen Fischerei treffen. Es ist ein stilles Übereinkommen zwischen Mensch und Natur: Die Fischer von Macuro achten auf die Tiere mit den markanten, schnabelartigen Kiefern, während die Schildkröten in den felsigen Riffen der Bucht ihre Nahrung finden.

In der Abgeschiedenheit dieser Küste, die nur über das Wasser erreichbar ist, hat sich ein Verständnis für das Leben entwickelt, das ohne laute Appelle auskommt. Es ist die schlichte Tat der Bewachung und der Pflege, die einer fast verlorenen Art den Raum zum Überleben zurückgegeben hat.