A K M Sayif, der sich auch Binod Bihari nennt, studiert Computer Science and Engineering in Dhaka. Er beschreibt sich als einen Sohn Bengalens, den es zur Erde und zur Terrakotta zieht. Seine Puppen heißen Tepa Putul. Der Name bedeutet wörtlich, dass man etwas durch Kneifen und Drücken mit den Fingern formt. Genau das unterscheidet sie, sagt er, von den Puppen aus der Gussform. Wie gut eine Figur wird, hängt davon ab, wie viel Druck er gibt, wie feucht der Ton ist, ob die Proportionen und das Gleichgewicht stimmen.

Die Form ist alt. In Töpferhaushalten in Bangladesch und Westbengalen haben vor allem Frauen solche Puppen aus demselben Flusston geformt, aus dem sie die Kochtöpfe machten. Die Körper sind schlicht, die Gesichter gekniffen, oft trägt die Figur ein Kind im Arm. Auf den ländlichen Jahrmärkten wurden sie für ein paar Taka verkauft, als Kinderspielzeug und als Ritualgegenstand.

Zu diesem Handwerk fand Sayif, als sein eigener Lebensplan ins Stocken geriet. Im Sommer 2024 legten die Proteste der Studierenden gegen die Quotenregelung das Land lahm. Seine Abschlussprüfungen wurden erst verschoben und dann ganz abgesagt. Sayif hatte plötzlich Zeit und fuhr damit nach Narsingdi, in einen Pal Para, ein Viertel, in dem die Familien der Töpfer leben und arbeiten. Dort lernte er von Menschen, deren Gewerbe seit Jahren schrumpft, weil Aluminium, Melamin und Plastik den Tontopf aus den Küchen verdrängt haben.

Der Ton, den er dort in die Hände nahm, hat in dieser Gegend eine lange Geschichte. In derselben Region liegt die Ausgrabungsstätte Wari-Bateshwar, wo Archäologen Terrakotta-Objekte aus einer Siedlung gefunden haben, die etwa 2.450 Jahre alt ist.

Danach arbeitete Sayif rund sechs Monate als Artist-in-Residence bei dem Fotojournalisten Mahmud Rahman in der Initiative 55 Kodomtola. Seine Arbeiten reichen heute von winzigen Figürchen bis zu Puppen von fast einem Meter Höhe. Aus einzelnen Puppenköpfen hat er Schmuck gemacht. Was er auf seinen Ausstellungen verkaufte, reichte für die Studiengebühren eines ganzen Semesters.

Leicht war es nicht. Seine Familie lehnte figürliche Arbeiten in Ton aus religiösen Gründen ab. Sayif hörte auf und rührte den Ton mehrere Monate lang nicht an.

Dann fing er wieder an.

Jetzt denkt er darüber nach, Keramik zu studieren, vielleicht in Italien, oder Modedesign irgendwo in Europa. Er möchte die bengalische Kultur in der Welt vertreten, und dazu gehört für ihn auch die kleine Figur mit dem gekniffenen Gesicht, die er mit den Fingern aus einem Klumpen Flusston formt.