Das Vorhaben, das Projektleiter James Willcocks und sein Team nun auf das gesamte Stadtgebiet ausweiten, begann als Experiment auf der Miramar-Halbinsel. Dort, wo der Ozean das Land fast vollständig umschließt, wurde die Geografie zum Verbündeten der Naturschützer. Mit einer Dichte von Fallen, die im Abstand von jeweils 10 Metern entlang der Flughafenbegrenzung aufgestellt wurden, schufen sie einen Wall gegen die Wiederbesiedlung durch Raubsäuger.

Die Methode ist so präzise wie handfest: Feldarbeiter nutzen kleine Karten aus Kunststoff, die sie mit Erdnussbutter bestreichen. Die Bissspuren auf diesen Karten verraten den Kontrolleuren, ob sich noch ein Tier in den Schatten der Vorstädte verbirgt. Es ist diese Kleinstarbeit, die den Boden bereitet für eine Rückkehr, die vor wenigen Jahrzehnten noch undenkbar schien.

Den Ursprung dieser Bewegung bildete das Jahr 1999, als in einem stillgelegten Wassereinzugsgebiet im Vorort Karori ein 8,6 Kilometer langer Schutzzaun vollendet wurde. Innerhalb dieses Reservats, bekannt als Zealandia, konnten Arten wie der Tūī und der Kererū ohne die ständige Bedrohung durch eingeschleppte Räuber überleben. Doch die Natur lässt sich nicht dauerhaft einzäunen; längst fliegen die Vögel über die Barrieren hinweg in die Gärten der Stadtbewohner.

Nun folgt der Staat dem Beispiel der Bürgerinitiativen. Was mit dem Capital Kiwi Project von Paul Ward und lokalen Netzwerken in den Vorstädten begann, ist zu einer nationalen Aufgabe gereift. Es geht nicht mehr nur um den Schutz einer Insel in der Stadt, sondern darum, die Stadt selbst wieder in einen Teil der neuseeländischen Wildnis zu verwandeln.