Gebärmutterhalskrebs ist in Papua-Neuguinea die häufigste tödliche Krebserkrankung bei Frauen. Mehr als tausend Diagnosen im Jahr, etwa 650 Todesfälle. Der Impfstoff, den Remax und Dulcie erhielten, schützt vor jenen Virusstämmen, die für rund 90 Prozent der Fälle verantwortlich sind. Eine Dosis genügt: Die WHO hat ihre Empfehlung Ende 2022 entsprechend geändert, nachdem ihr Expertengremium zu dem Schluss kam, dass eine einzelne Gabe ebenso gut schützt wie zwei oder drei.
Das Land hatte bislang wenig, was dieser Krankheit entgegenstand. Ein nationales Vorsorgeprogramm existiert nicht, Untersuchungen beschränkten sich auf Pilotstudien. Die einzige Facheinrichtung für Krebs steht in Lae, im National Cancer Centre am Angau Memorial Hospital, und sie war rund zehn Jahre lang ohne funktionierende Bestrahlungstechnik — das Gerät war ausgefallen, Ersatz kam erst im August 2024, gebraucht aus Kanada. Die Brachytherapie, jener innere Bestrahlungsschritt, den die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs verlangt, begann dort in diesem Jahr. Die erste Patientin war eine Frau mit genau dieser Diagnose.
Genau diese letzte Zahl beschreibt die eigentliche Schwierigkeit. Papua-Neuguinea gehört zu den Ländern mit der schwächsten Routineimmunisierung weltweit; bei der ersten DTP-Dosis liegt es global an vorletzter Stelle. Ein Impfstoff, der nur einmal verabreicht werden muss und in Schulen ausgegeben werden kann, umgeht einen Teil dieses Problems — deshalb ist das Bildungsministerium hier ein Durchführungspartner und nicht bloß Gastgeber.
Die erste Lieferung umfasste 100.000 Dosen, beschafft von UNICEF, finanziert über die Impfallianz Gavi; 180.000 weitere sind angekündigt. Die Regierung stellte 6,2 Millionen Kina im Haushalt 2026 bereit. Ab November soll Phase eins den National Capital District und die Central Province abdecken und rund 60.000 Mädchen zwischen neun und vierzehn erreichen, danach schrittweise die übrigen Provinzen — auch jene Mädchen, die keine Schule besuchen, über Gesundheitseinrichtungen und mobile Teams.
Modellrechnungen der WHO setzen das Jahr 2085 an, bis Papua-Neuguinea den Schwellenwert für die Elimination erreichen könnte. Remax und Dulcie werden dann in den Siebzigern sein. Was an diesem Morgen in Port Moresby geschah, wird sich also erst in einer Lebensspanne vollständig zeigen.