Alles begann mit einer einfachen Fotografie, die ihm sein Onkel von der Insel schickte. Während andere in dem Bild nur das Dickicht der Bäume sahen, erkannte der Student im vierten Semester eine Anomalie. Er verließ seinen Studienort auf Bali und reiste in die Distrikte Sumba Tengah und Sumba Timur, geleitet von der Ahnung, dass dort etwas existierte, das in keinem Register der Welt verzeichnet war. In einem Garten, in dem Guavenbäume ihre Äste in die heiße Luft streckten, fand er schließlich das zweite Exemplar: ein Geschöpf, das die Kunst der Mimikry zur Vollendung geführt hatte.
Das Insekt, mit einer Länge von 13 bis 18 Zentimetern, verbarg seine Identität hinter der Textur von Baumrinde. Doch Davis Damaledo bemerkte ein winziges, fast zärtliches Detail, das die Tarnung verriet: kleine schwarze Punkte auf den Wangen des Tieres. Es war dieses morphologische Merkmal, das ihn stutzig machte und ihn später dazu bewog, seinem Mentor Garda Bagus Damastra und internationalen Experten gegenüber beharrlich zu bleiben.
Die wissenschaftliche Welt reagierte zunächst mit Skepsis. Der renommierte Forscher Frank H. Hennemann hielt den Fund anfangs für eine bereits bekannte Spezies. Doch Damaledo, getragen von der stillen Gewissheit des Beobachters, beharrte auf den Unterschieden. Er sammelte Eier, dokumentierte jedes Detail und sandte seine Proben an das Museum Zoologicum Bogoriense. Schließlich gaben ihm die internationalen Co-Autoren recht: Es handelte sich tatsächlich um eine neue Spezies, die erste ihrer Gattung auf den Kleinen Sundainseln.
Dass die Art nun seinen Namen trägt, ist für den jungen Studenten zweitrangig. In einer Welt, die oft nur das Große und Laute feiert, fand er seine Erfüllung im Kleinen. „Viele sagen, es sei ein seltsames Hobby“, notierte er nach der Veröffentlichung seiner Entdeckung im Fachjournal Zootaxa, „aber genau das ist es, was mich glücklich macht.“ Es ist der Triumph eines Einzelnen, der durch bloßes Hinsehen eine Lücke in der Landkarte der Schöpfung schloss.