Mit einer Mischung aus Eile und äußerster Behutsamkeit begann das Team des CONICET, sich entlang der Nackenlinie des Tieres in das Sediment vorzuarbeiten. Die Erwartung war groß, denn während Gliedmaßen und Rumpf von Plesiosauriern häufiger überdauern, bleibt das filigrane Gefüge des Schädels meist ein Raub der Zeit. Doch unter dem antarktischen Permafrost kam ein fast makellos artikulierter Kopf zum Vorschein, ein seltener Glücksfall für die Paläontologie.
Die Arbeit wurde jäh unterbrochen, als ein tagelanger Schneesturm die Forscher in ihre Schutzhütte zwang. In der erzwungenen Stille der Isolation, während draußen die Elemente gegen die Wände peitschten, blieb ihnen nur das Wissen um den freigelegten Schatz wenige Meter unter dem Neuschnee. Sobald sich der Himmel klärte, vollendete die Gruppe die Bergung in einem einzigen, kraftzehrenden Einsatz.
Das Wesen, das nun den Namen Marambionectes molinai trägt, stellt ein fehlendes Bindeglied dar. Es verbindet zwei Gruppen von Plesiosauriern, die einst die flachen, damals noch eisfreien Meere der Südhalbkugel zwischen dem heutigen Chile, Neuseeland und der Antarktis durchstreiften. In seinem Magen fanden die Forscher Gastrolithen — kleine Steine, die das Tier einst verschluckte, um seine Nahrung zu zerkleinern oder seine Lage im Wasser zu stabilisieren.
Der Name des Tieres ist ein stiller Gruß an die Geschichte der Forschung selbst. Er ehrt Omar José Molina, jenen geduldigen Techniker des Museums von La Plata, der in den 1970er-Jahren als einer der Ersten die paläontologische Arbeit in dieser lebensfeindlichen Region wagte. So verknüpft der Fund nicht nur zwei erdgeschichtliche Epochen, sondern auch die Lebenswege zweier Männer, die sich der harten Arbeit im Dienste der Erkenntnis verschrieben haben.