Die Zerstörung kam schleichend, getarnt als Zierde oder vermeintlicher Nutzen. Es begann im Jahr 1804, als britische Beamte die Lantana camara als dekoratives Gebüsch nach Kalkutta brachten; später, in den 1980er-Jahren, folgte die Senna spectabilis, gepflanzt als Schattenspender für Kaffeekulturen. Doch was als fremde Schönheit begann, wurde für die Western Ghats zum Erstickungstod. Diese invasiven Arten verdrängten die Flora, die seit Jahrtausenden den Rhythmus des Lebens in dieser UNESCO-Weltnaturerbestätte bestimmte, und ließen den Boden für die Tiere und die dort lebenden Menschen kahl und unbewohnbar zurück.
Inmitten dieser grünen Invasion steht die Organisation Forest First Samithi. Ihr Ansatz ist nicht die technokratische Verwaltung, sondern das Vertrauen in das ökologische Gedächtnis der Adivasi. Die Stammesgemeinschaften der Jenu Kuruba und Kurichiya sind es, die nun die 247 Morgen Land von der giftigen Last der Senna befreit haben. Es ist eine mühsame Arbeit: Jeder Stamm muss einzeln gezogen, jedes Dickicht von Hand gelichtet werden, um Platz für 229 bedrohte Pflanzenarten zu schaffen, die nun in die Erde zurückkehren.
Besondere Bedeutung kommt den Devakad zu, den heiligen Hainen. Diese kleinen, von Dorfgemeinschaften verwalteten Waldinseln dienen als Korridore für Wildtiere und schützen die Quellen von über 13 Flüssen, darunter der Kabini, der das Land speist. Die Bedeutung dieser Arbeit wurde schmerzlich deutlich, als im Juli 2024 schwere Erdrutsche die Region erschütterten. Wo die tiefen Wurzeln der heimischen Bäume den Boden halten, blieb die Erde stabil. Die Wiederbewaldung ist hier kein abstrakter Naturschutz, sondern eine physische Verankerung der Heimat gegen die Gewalt der Monsunregen.
Wenn ein Arbeiter der Kattunayakan heute einen Setzling in den Boden drückt, den er zuvor drei Jahre lang in einer Baumschule gepflegt hat, vollzieht er einen Akt der Wiedergutmachung. Die geernteten Hölzer der entfernten Invasoren werden zu Möbeln verarbeitet, während die Früchte der neuen, alten Bäume wieder die traditionelle Medizin und Ernährung der Stämme sichern. Es ist die Rückkehr zu einer Ordnung, in der Mensch und Wald nicht gegeneinander, sondern füreinander atmen.