Das ist keine Formulierung aus Feierlaune, sondern eine juristische. Mit der bestätigten Reproduktion fällt das Tier unter den regionalen Schutzstatus für gefährdete Arten. Zuvor galt der Wolf hier als ausgestorben — als Durchzügler geduldet, als Bewohner abwesend.

Der Weg dorthin war lang und schmal. Im Jahr 2000 tappte im Naturpark Cadí-Moixeró ein einzelner Wolf in die Aufmerksamkeit der Ranger. Danach: 25 Jahre ununterbrochenes Kamerafallen-Monitoring, Bild um Bild, Losung um Losung, ohne dass sich je ein Paar bildete.

Die Genanalyse der beiden Elterntiere ergab etwas, das die Landkarte umdreht. Sie stammen nicht von den iberischen Wölfen ab, die in Kastilien-León, Galicien und Asturien leben, Hunderte Kilometer westlich. Sie gehören zur italienischen Linie — Canis lupus italicus, jener Rest einer Population, die das 20. Jahrhundert nur in den mittleren und südlichen Apenninen überlebte. Von dort wanderte sie nordwärts, 1992 wurde Reproduktion im Mercantour-Nationalpark bestätigt, dann weiter westwärts über das Zentralmassiv bis in die Vorberge der Ostpyrenäen. Dieses Paar hat die Grenze überquert, die an der Nordkante der Alta Garrotxa nur gut zehn Kilometer entfernt liegt.

Dass sie geblieben sind, hat einen nüchternen Grund. Als die Wölfe hier verschwanden, waren die Wälder wildarm. Heute leben in denselben Hängen Rothirsche, Rehe und Mufflons in Beständen, die ein Rudel tragen. Die Landschaft, die die Menschen mit den Terrassen und Höfen aufgegeben haben, hat sich in der Zwischenzeit gefüllt.

Drei Welpen sind dabei eine Mindestzahl, keine Bilanz. Südeuropäische Würfe umfassen üblicherweise vier bis sechs Junge; die Kamera zeigt nur, wer zufällig vorbeiläuft. Geboren wurden sie vermutlich Ende April oder Anfang Mai, in einer Felshöhle oder einem erweiterten Dachs- oder Fuchsbau — deshalb kommt die Bestätigung erst im Spätsommer.

Dieselbe Einheit, die nun die Wölfe zählt, überwacht seit fast dreißig Jahren die Braunbären, die ab 1996 aus Slowenien in die Zentralpyrenäen gebracht wurden. Für sie existiert bereits ein Programm aus Entschädigungen, Elektrozäunen und Herdenschutzhunden. Im Sommer weiden Schafe und Ziegen auf den Hochflächen der Garrotxa. Die Unió de Pagesos, die Gewerkschaft der katalanischen Bauern, vertritt jene, für die drei Welpen zwischen den Kalkfelsen eine andere Rechnung aufmachen als für die Ranger, die sie fotografiert haben.