Es ist eine Verwandlung der Substanz, die sich derzeit in den über 30.000 Douars — jenen weit verstreuten Siedlungen des marokkanischen Hinterlandes — vollzieht. Wo früher 4.851 vorgefertigte Container als Behelfsunterrichtsräume dienten, stehen nun massive Gebäude aus Stein und Mörtel. Das Programm, das unter der Leitung von Chakib Benmoussa initiiert wurde, greift tief in den Alltag ein: Rund 4.000 Satellitenschulen, die zuvor ohne Wasserversorgung auskommen mussten, wurden an die Leitungsnetze angeschlossen oder mit Tanks ausgestattet. Das schlichte Drehen eines Wasserhahns auf einem Schulhof ist hier kein banaler Akt, sondern das Ende einer Ära der Entbehrung.
Besonders die stille Eingliederung derer, die oft vergessen wurden, markiert den humanen Kern dieser Reform. Mehr als 5.100 Schulen wurden gezielt umgebaut, um Kindern mit körperlichen Behinderungen den Zugang zu ermöglichen. Es sind Rampen und verbreiterte Türen, die entscheiden, ob ein Kind Teil der Gemeinschaft bleibt oder isoliert zu Hause wartet. Dass diese Arbeiten selbst nach dem schweren Erdbeben in der Region Al Haouz, das über tausend Bildungseinrichtungen beschädigte, mit unverminderter Härte fortgesetzt wurden, zeugt von einer Priorität, die über die reine Verwaltung hinausgeht.
Hinter den Mauern verändert sich auch der Geist des Lernens. Mit der Unterstützung internationaler Partner und Methoden, die ursprünglich in Indien zur Förderung der Grundrechenarten entwickelt wurden, konzentriert sich der Unterricht nun auf das tatsächliche Verständnis statt auf bloßes Auswendiglernen. Wenn Mohammed Berrada nun die Zahlen dieser Erneuerung präsentiert, spricht er nicht nur von Beton und Leitungen, sondern von der Würde einer neuen Generation, die nicht mehr in der Kälte lernt.