Jorge Guachagmira ist Präsident der Vereinigung für erneuerbare Energie am Río Aguagrún. Er beschreibt das Ziel ohne Umschweife: „Die Eigentümer werden keine gewöhnlichen Konzerne sein. Wir wollen, dass die Menschen, die hier leben, die Eigentümer sind.“ Deshalb bekamen Bauleute und Mechaniker aus der Gegend bei der Arbeit den Vorrang.

Das Kraftwerk heißt HidroAguagrún. Die vier Gemeinden halten zusammen 90 Prozent der Anteile. Die übrigen zehn Prozent teilen sich zwei Partner, die Geld und technisches Wissen beisteuern: die Fundación Futuro unter ihrer Direktorin Carolina Proaño und die Corporación Toisán, für die Denis Laporta spricht. Geleitet wird das Vorhaben von 19 Familien aus den beteiligten Dörfern.

Einen Stausee wird es nicht geben. Die Anlage nutzt ein Gefälle von 100 Metern und lässt den Fluss so fließen, wie er fließt. Den Strom sollen einmal rund 1.500 Haushalte bekommen.

Mit dem Naturschutzfonds knüpft das Kraftwerk an eine lange Geschichte an. Das Intag-Tal liegt in der Pufferzone des Nationalparks Cotacachi-Cayapas. Im Nebelwald rund um den Aguagrún leben 20 Arten, die es nur in Ecuador gibt, und 16 bedrohte Arten. Seit den neunziger Jahren wollen Bergbaufirmen hier Kupfer fördern. Zuerst suchte die japanische Firma Bishimetal danach, eine Tochter von Mitsubishi. Im Jahr 1997 brannten Anwohner ihr Erkundungslager bei Junín nieder. Zwei Jahre zuvor hatten Bewohner des Tals die Umweltgruppe DECOIN gegründet, die sich seither gegen den Bergbau stellt.

Später trieben die staatliche ecuadorianische Bergbaugesellschaft ENAMI EP und der chilenische Staatskonzern Codelco das Kupferprojekt Llurimagua voran. Im März 2023 entschied das Provinzgericht von Imbabura, dass das Projekt gegen das Recht der Gemeinden auf Anhörung und gegen die Rechte der Natur verstößt. Es entzog dem Projekt die Umweltgenehmigung und ordnete an, alle Arbeiten einzustellen.

Jahrzehntelang haben die Menschen im Tal verhindert, dass andere ihnen etwas nehmen. Am Aguagrún bauen sie nun selbst etwas auf.

Bis Ende 2026 soll das Maschinenhaus stehen und die Turbine laufen.