Seit 2015 züchtet die Stiftung unter ihrem Gründer Jorge Londoño in Wisirare Orinoko-Krokodile, damals führte sie Kolumbiens erste Freilassung der Art durch. Über 400 Tiere kamen seither zur Welt, 287 gingen in die Flüsse. Weitere 85 Jungtiere haben inzwischen die nötige Größe erreicht.
Zwischendurch stand alles still. Seit 2024 stritten Behörden darüber, welche Gewässer als neue Auswilderungsorte ausgewiesen werden sollten, und während der Streit lief, saßen fast 200 Krokodile in den Gehegen — ohne ausreichendes Futter, wie Berichte aus jener Zeit festhalten. Stiftungsdirektor Alejandro Olaya und der wissenschaftliche Leiter Rafael Antelo hielten den Betrieb aufrecht, bis die Genehmigung kam.
Der Handel mit den Häuten lief von den dreißiger bis in die sechziger Jahre. Jäger arbeiteten nachts auf den offenen Sandbänken, dort, wo die Weibchen in der Trockenzeit ihre Nester graben. Kolumbien verbot die Jagd 1968, Venezuela vier Jahre später. Da war die Art praktisch ausgelöscht.
Umweltminister Fabio Arjona Hincapié, der zur Freilassung nach Orocué gekommen war, nannte den Tag keine Zufälligkeit, sondern das Ergebnis vieler Jahre Arbeit der Stiftung Palmarito. Vertreter des Humboldt-Instituts, der Nationaluniversität, des WWF, der Wildlife Conservation Society und von The Nature Conservancy standen daneben.
Was jetzt zählt, entscheidet sich ohne Zuschauer. Die Jungtiere müssen die Netze der Fischer überstehen, die in ihnen Konkurrenten sehen — in beiden Ländern die häufigste Todesursache nach der Freilassung. Und sie müssen selbst Nester graben, in den Sand am Río Meta, wenn im Januar das Wasser fällt.