Seit dem Jahr 2019 widmet sich Ngobi Joel als Koordinator der Initiative einer Aufgabe, die weit über das bloße Pflanzen von Bäumen hinausgeht. Im Distrikt Kalangala, einer Inselwelt, die durch den massiven Ausbau von Palmöl-Monokulturen ihr Gesicht verloren hat, lehrt er die nächste Generation den Wert der Vielfalt. In Baumschulen auf dem Schulgelände ziehen die Kinder Setzlinge einheimischer Arten wie den Mutuba-Baum sowie Obst- und Heilpflanzen heran, die nicht nur den Boden festigen, sondern auch die Ernährung der Schüler sichern.

Der Beitritt der Initiative zum Netzwerk des Global Landscapes Forum (GLFx) im März 2026 markiert einen Wendepunkt für die lokale Gemeinschaft. Durch die Aufnahme in diesen weltweiten Verbund, der von Institutionen wie CIFOR-ICRAF koordiniert wird, erhält die Arbeit in Kalangala eine Sichtbarkeit, die über die Grenzen Ugandas hinausreicht. Ana Yi Soto, die das Netzwerk leitet, sieht in Projekten wie diesem die Chance, Wissen zwischen den Kontinenten zu teilen und gemeinschaftlich gegen den Verlust der Biovarietät vorzugehen.

Die Landschaft der Inseln hat sich seit dem Beginn des großflächigen Palmölanbaus im Jahr 1998 radikal verändert. Wo früher Sekundärwälder standen, dominieren heute oft endlose Reihen gleicher Stämme. Joel setzt dem das Modell der Agroforstwirtschaft entgegen: Die tiefen Wurzeln der Mutuba-Bäume stabilisieren die Erosionsflächen während der Regenzeit, während ihre Kronen den Schatten spenden, den die empfindlichen Gemüsebeete darunter benötigen.

Es ist ein geduldiger Prozess des Wiederaufbaus. In Kalangala geht es Joel nicht um abstrakte Klimaziele, sondern um die ganz konkrete Rückkehr einer Natur, in der ein Kind den Unterschied zwischen einer Nutzpflanze und einem Heilkraut kennt. Das Wissen, das hier in die Erde gesenkt wird, soll die Inseln ebenso dauerhaft prägen wie die Bäume selbst.