Professor Mauro Ferrari, der wissenschaftliche Leiter des Festivals, hat für diese sechste Ausgabe eine bewusste Entscheidung getroffen: Die Technik soll ihren Selbstzweck verlieren und ganz in den Dienst derer treten, deren Bewegungsspielraum von Geburt an begrenzt ist. Was früher eine reine Leistungsschau der Ingenieurskunst war, verwandelt sich unter seiner Führung in einen Ort der Begegnung. Hier, im Centro di Preparazione Olimpica, werden Roboter nicht mehr nur als Werkzeuge der Industrie betrachtet, sondern als Brückenbauer zwischen kindlicher Neugier und körperlicher Einschränkung.

Der Name des Festivals trägt nun dauerhaft die Erinnerung an Franco Mosca. Jener Chirurg war es, der im Jahr 1999 im nahen Pisa die erste robotergestützte Operation Italiens durchführte und damit die Ära der Präzision einleitete. Doch während Mosca die Maschinen nutzte, um in das Innere des Körpers vorzudringen, nutzt die heutige Generation von Forschern sie, um den Kindern den Weg nach draußen zu ebnen – in den Garten, auf den Spielplatz, in die Gemeinschaft.

In den Laboren vor Ort werden keine starren Apparate vorgeführt. Die Kinder testen Prothesen und Exoskelette, die an der Scuola Superiore Sant’Anna entwickelt wurden, als wären es neue Spielkameraden. Besonders die Zusammenarbeit mit der Stiftung Stella Maris zeigt Wirkung: Forscher haben Spielbögen entwickelt, die wie gewöhnliches Kleinkindspielzeug wirken, doch im Inneren die Daten von tausenden Sensoren verarbeiten, um die motorische Entwicklung neurologisch kranker Säuglinge sanft zu stimulieren.

Es ist ein Moment der Stille in der geschäftigen Halle, als ein Junge im Rollstuhl seine Hand ausstreckt und durch die Steuerung eines robotischen Arms einen Baustein auf den anderen setzt. Es geht in Tirrenia nicht um die Perfektion der Maschine, sondern um jenen kurzen Augenblick, in dem die Technik zurücktritt und die menschliche Geste – das einfache, freie Spiel – wieder möglich macht.