Es ist ein zylindrischer, rosafarbener Anschnitt, dem jede Flosse und jede Rauheit der Haut genommen wurde, bevor er die Theken erreicht. Unter dem Namen „palo rosado“ wird der Glatthai, in der Region als Gatuzo bekannt, an den Konsumenten gebracht, oft ohne dass dieser die wahre Identität seiner Mahlzeit erkennt. Die Biologie dieses Tieres ist sein eigenes Verhängnis: Die Weibchen tragen ihren Nachwuchs elf Monate lang aus, eine Zeitspanne, die eine schnelle Erholung der Bestände nahezu unmöglich macht, wenn der Befischungsdruck zu groß wird.
Die Mitarbeiter von WCS Argentina haben die Osterzeit für ihren Appell nicht zufällig gewählt. Es ist der Moment, in dem die Fangflotten von Mar del Plata und Necochea ihre größten Lasten anlanden, um den rituellen Hunger einer Nation zu stillen, die in diesen Tagen das Fleisch meidet. Indem die Organisation zur freiwilligen Zurückhaltung aufruft, setzt sie auf die Einsicht des Einzelnen, anstatt auf das ferne Diktat von Quoten.
Die Daten des Instituto Nacional de Investigación y Desarrollo Pesquero bestätigen, dass der Gatuzo der am stärksten kommerziell genutzte Hai des Landes ist. Über Jahrzehnte hinweg wurde er aus den Küstengewässern gezogen, ohne dass die Bestände Zeit fanden, sich zu regenerieren. Der Aufruf zum Verzicht ist daher mehr als eine ökologische Notwendigkeit; er ist der Versuch, eine Verbindung zwischen dem anonymen Produkt auf dem Eis und dem lebendigen Kreislauf des Südatlantiks wiederherzustellen.
Wenn ein Kunde an der Theke innehält und nach der Herkunft des „palo rosado“ fragt, vollzieht sich eine kleine, aber wesentliche Veränderung. Es ist die Anerkennung, dass das Meer kein unerschöpflicher Vorratskeller ist, sondern ein empfindliches Gefüge, das des Schutzes bedarf. In dieser Weigerung, ein Tier zu verzehren, dessen Bestand am Abgrund steht, liegt eine stille Form der Mitverantwortung, die weit über die Feiertage hinausreicht.