Als Direktor für das kulturelle Erbe trägt Collin Sowani Yabaki die Verantwortung für ein Vorhaben, das weit über die bloße Organisation einer Veranstaltung hinausreicht. Es ist die Vorbereitung auf das achte Melanesian Arts and Culture Festival, das für das Jahr 2026 nach Fidschi zurückkehrt. Es geht um die Begegnung von Menschen aus Papua-Neuguinea, den Salomonen, Vanuatu, Neukaledonien und Fidschi selbst – eine Gemeinschaft, die trotz der weiten Distanzen des Pazifiks durch tiefe historische Wurzeln verbunden bleibt.
Die logistische Herausforderung ist so filigran wie die Kunstwerke selbst. Wenn die Delegationen ihre Heimatinseln verlassen, führen sie kostbare Fracht mit sich: unbehandelte Pandanusblätter für Webarbeiten, Federn von Paradiesvögeln für den Kopfschmuck oder Schnitzereien aus rohem Holz. Jedes Stück muss die strengen Biosicherheitskontrollen passieren, oft unterzogen einer sorgsamen Begasung, um die empfindlichen Ökosysteme der Gastgeberinsel zu schützen, ohne die rituellen Gegenstände zu entweihen.
Im Kulturzentrum von Pacific Harbour lässt sich bereits erahnen, was die Besucher erwartet. Wenn die Meke-Tänzer ihre Proben aufnehmen, spürt man die rhythmische Erschütterung des Bodens unter den nackten Füßen, ein Echo, das Generationen überdauert hat. Für Yabaki ist es entscheidend, dass dieses Echo nicht verhallt. Er sieht das Festival als eine Brücke, über die das Wissen der Älteren zu den Jüngeren gelangt, bevor die Fäden der Tradition endgültig reißen.
Ein rechtlicher Rahmen, der innerhalb der Melanesian Spearhead Group erarbeitet wurde, schützt diese Ausdrucksformen mittlerweile vor der unbefugten kommerziellen Nutzung. Es ist ein stiller Triumph der Diplomatie, dass Tätowierungen, Webmuster und Lieder heute als geistiges Eigentum ganzer Völker anerkannt werden. So wird das Festival im Jahr 2026 nicht nur eine Schau der Ästhetik sein, sondern eine Selbstbehauptung der Identität in einer sich rasant wandelnden Welt.