Dejima, ein Wissenschaftler der Nature Conservation Society of Japan, arbeitet in einem 10.000 Hektar großen Areal in der Präfektur Gunma. Sein Gegner ist ein Erbe der Nachkriegszeit: Um den Hunger nach Baumaterial zu stillen, überzog man das Land mit schnellwachsenden Zedern- und Zypressen-Plantagen. Diese Forste sind heute so dicht, dass sie für die Tierwelt zur Sackgasse geworden sind. Das Kronendach lässt keine Sonne durch, das Unterholz stirbt ab, und den großen Greifvögeln fehlt der Platz zum Manövrieren.
Was Dejima unternimmt, wirkt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch zum Naturschutz. Er lässt Bäume fällen. Doch diese Wunden im dunklen Forst sind in Wahrheit Korridore des Lebens. Auf den neu geschaffenen Wiesen kehren die Beutetiere zurück, allen voran der japanische Hase, der sein Fell im Winter weiß färbt. Erst durch diese Schneisen kann der Steinadler wieder aus der Höhe herabstoßen.
In dem Moment, als Dejima ein Brutpaar hoch in den Bäumen entdeckt, weiß er, dass seine Rechnung aufgeht. Es ist ein mühsamer Prozess, der Geduld verlangt. Die Lichtungen sollen nicht kahl bleiben; sie sind der Keim für einen neuen Mischwald aus Laub- und Nadelbäumen, wie er hier vor der industriellen Nutzung existierte. Er setzt darauf, dass dieser Wandel auch junge Menschen anzieht, die in der Pflege der Wildnis eine neue Aufgabe finden.
Japan listet heute rund 3.700 gefährdete Arten. Der Erfolg im Akaya-Wald erinnert an die Rückkehr des japanischen Ibis auf der Insel Sado. Es ist die Erkenntnis eines Mannes mit einem Fernglas, dass man manchmal etwas wegnehmen muss, damit das Ganze wieder atmen kann. Unter seinen Füßen beginnt der Boden des Waldes nach Jahrzehnten im Schatten wieder zu leben.